Dienstag, 28. Juni 2016

Vögeln oder vögeln lassen

Facebook, Krampf um die emanzipierte Frau, Musik oder doch nur Vögeln?

Zunächst einmal, alle die sich persönlich angegriffen fühlen in der Diskussion, bitte ich um Entschuldigung. Insbesondere die die mich als sehr ausfallend wahr genommen haben. Eigentlich bin ich ein Mensch der immer zurück kann und zu seinen Fehlern versucht zu stehen. Ich würde mich durch meine Sozialisation so einschätzen, das ich mir fast alles anhöre und oft ins relativieren verfalle. Was ich oft an mir selber in Zweifel ziehe. Bei manchen Dingen gibt es keine zwei Meinungen. Bezogen auf Sexualität, hatte ich Eltern die ein klassisches Bild mir vorgelebt haben. In den 60er-80er Jahren war der Mann der den Ton bestimmte. Ich kann mich sehr gut an eine Diskussion erinnern um den § 218 und dem damaligen Stern Artikel mit der Wortführerin Alice Schwarzer. Ich kann mich aber auch erinnern, das die Gute Alice sich im Fall Kachelmann recht schnell als vorverurteilende Idiotin präsentierte. Dazwischen liegen fast 40 Jahre.

Das dazu welch ein Mensch bzw. Lebenskünstler ich bin. Meine Erziehung werde ich mein Leben lang behalten. Das nennt man Prägung. Sie ist nicht zu verändern, es steht fest irgendwann, glaube mit Beginn der Pubertät. Meine Korrektur die ich irgendwann einmal daran vornehmen musste und wollte, nennt man Konditionierung. Das kann man jederzeit ändern und auch verlieren.

Darstellung von Sexualität von Frauen auf und neben der Bühne?

Natürlich macht mich eine Frau an, die zu guter Musik knapp bekleidet oder auch nicht und dabei intoniert wie bei einem Geschlechtsakt. Dazu bin ich zu hetero bzw. ich müsste mich verleugnen als Mensch, wenn nicht. Es gibt aber Frauen bzw. das Gesamtkunstwerk die törnen mich gar nicht an. Ja und das möchte ich auch sagen dürfen. Dazu zählt die Gute Alice wie auch die hier in den Fordergrund gestellt Beth Ditto. Wobei ich die letztgenannte als nicht authentisch (Live gesehen) empfinde, Alice schon. Die Punkt dick, dünn, Nasenringe oder Cockringe in Schamlippen, spielt für mich überhaupt keine Rolle. Was mir passt optisch, authentisch mich erleben lässt ist zulässig. Da gibt es nichts drum zu diskutieren. An erster Stelle steht die Musik. Ich muss also die Augen zu machen können und die Ohren ganz weit auf und mich in eine andere Welt hinein katapultieren können. Und sei es mein Kopfporno, wenn das der Musik gelingt, spitze.

Ach Gott der redet von Porno, also muss er ein Frauenfeindliches Arschloch sein?

So alle die das behaupten bzw. mir so etwas direkt oder indirekt unterstellen, die haben den Gong nicht gehört. Sie sind zu recht ungevögelt und der eigentliche Sinn dieser Geschichte nämliche die Fortpflanzung möge ihnen nicht gelingen. Wäre schade um den Genpole. Es mag durchaus sein, das ich auch mit manchen Künstlerinnen überfordert bin, aber ein Leichtgewicht von der Authentizität her wie Beth Ditto zählt eben nicht dazu.


Sylvia McFadden, Beth Ditto performing at the Commodore Ballroom, CC BY-SA 2.0


In diesem Sinne, ich vögel gern lass mich aber auch gern vögeln.

Gruß Stephan

P.S.: Gerade 18 Jahre alt erlebte ich Freddie Mercury (der war keine Frau ich weiß) live, in echt und in Farbe in der Dortmunder Westfalenhalle. Jedenfalls war Freddie so geil für mich, er hätte nur was sagen müssen und ich hätte ohne weiteres Zögern die Beine für ihn breit gemacht. Da läuft mir jetzt noch ein wohliger Schauer über den Rücken. Die ganze Diskussion hätte also auch anders laufen können.

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