Mittwoch, 27. Juli 2016

Monsterhunter

Hab sie alle! - Pokemon Go (Perlweiß Edition)

 
Heute war Stephan draußen, er verließ sein Haus nach Tagen tiefster Depression. Tief atmete er die Luft ein, sie roch etwas muffig und abgestanden. Trotzdem tat sie gut. Er war sich sicher, ihm konnte heute nicht passieren, er hatte sein neuestes Handy dabei, ein Birne 12 mit riesigem Touchscreen. Auch die Kamera war nicht schlecht, 558 Megapixel. Dazu aufgespielt das neuste Spiel von Nin(n)tendo, Pokemon Go (Perlweiß Edition).

Zack, kurbel, Handy läuft, ein kleines weißes Pokemon wird immer größer auf dem runden untertassenförmigem Display, schon läuft auch Pokemon Go (Perlweiß Edition). Nun noch die Kamera nach vorne ausgerichtet und los laufen. Ein Fuß vor dem anderen aber wohin? Rechts oben im kreisrunden Display ist ein Pfeil zu sehen. Vielleicht soll man dem folgen? Also ab, der Pfeil zeigt Richtung Hauptbahnhof.

Am Bahnhof angekommen, fing der Pfeil an zu blinken und zeigte auf eine Gasse hinter dem Bahnhof, dort angekommen zeigte der Pfeil auf den einzigen Puff in meiner kleinen Stadt. Dort sollte also ein Pokemon zu finden sein? Also allen Mut zusammen genommen und hinein. Der Pfeil blinkte schon so hektisch, dass das Blinken auf dem Display Schlieren zog. Scheiß Birne 12. Man konnte aber erkennen wie es weiter geht, es ging Richtung Klo und ja, da saß das Pokemon mit Hosen runter, nein die hatte man ihm abgenommen auf dem Bottich. Megablink, rosa diesmal.

Rosa steht für die erste Stufe Pokemons, es gibt so einige in dem Spiel, also werde ich wohl noch öfter rosa sehen. Es sind die Soldaten, das Kanonenfutter, die Mitläufer der wirklich großen Pokemons. Hier das Pokemon hatte einige anstrengende Tage hinter sich und die Damen des Hauses begrabscht und nicht bezahlt. Also hat man seine Hose als Pfand genommen und ihn ins Klo gesteckt. Dort wartet er auf Auslösung. Die Damen des Hauses sagten mir, wenn ich ein Foto der Hose mache und ihm diese zeige, wäre er wieder frei. Zack, kurbel, Hose im Kasten. Zuvor musste ich aber noch den Namen des Pokemon erfahren, als fragte ich. Mein Name ist Popobeißer. Nun gut ich bin kein Unmensch, also gab ich die Hose wieder und verließt den Puff mit Popobeißer im Schlepptau. Auf Höhe des Hauptbahnhofeingangs ließ ich Popobeißer allein und widmete mich wieder Pokemon Go (Perlweiß Edition).

Diesmal blinkte der Pfeil Richtung Kirche. Oh nein, da musst du 2 km laufen, also Kopfhörer eingestöpselt und Queen - We Are The Champions angemacht. Das ging sich gut aus. Birne 12 hat einen tollen Klang. Die letzten Klänge verstummten und ich war nahe der Kirche. Der Pfeil zeigte Richtung Eingang, also hinein. Ganz hinten links an der Wand sind die Beichtstühle, vom Eingang konnte man die Heizung dahinter nicht sehen. Ein leises Wimmern war aber zu hören. Wimmern nicht gut, also auf, auf schnell zum Beichtstuhl. Dann sah ich die Heizung, dort mit Handschellen ein Pokemon angekettet an der Heizung. Seine Hose war nass bis runter zu den Schuhen, so erklärt sich sein Wimmern. Den Pfaffen muss ich nach dem Schlüssel fragen. Also weiter umschauen. Gegenüber war er, er füllte das Weihbecken mit Wasser aus der Apollinarisflasche mit Sprudel. Was ist das für eine seltsame Kirche? Ich schrie aufgeregt, trotz das Diplay nur rosa blinkte den Pfaffen an, wo ist der Schlüssel, her damit. Mit sonorer Stimme antwortete der Pfaffe; "Sei vorsichtig Sohn, das Pokemon hat mir im Beichtstuhl gestanden, es sei ein Bettnässer. Aber hier ist der Schlüssel". Da ich kein Unmensch bin zwang ich den Pfaffen, mir seine Hose zu geben, dann befreite ich das Pokemon, nicht ohne nach seinem Namen zu fragen. Mein Name ist Santachile.

Das waren also zwei Pokemons heute, wie ich finde ein okayes Ergebnis für einen gemütlichen Spaziergang. Morgen werde ich eventuell wieder einen unternehmen.

Ende Teil 1 Pokemon Go (Perlweiß Edition)

Gruß Stephan

Dienstag, 26. Juli 2016

Camouflage - Sensor (2003) Review

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Think electronic

Turbulent war die Bandgeschichte der Synthiepopveteranen von Camouflage schon immer. Nach großen Anfangserfolgen in den 1980er Jahren als deutsche Antwort auf Depeche Mode gefeiert, folgten nach dem Ausstieg von Gründungsmitglied Oliver Kreyssig Phasen der musikalischen Neuausrichtung. Ein überwiegend rein akustisch gehaltenes Konzeptalbum und eine EP mit Coverversionen verschreckten Hörer weltweit so sehr, dass die darauffolgende Rückkehr ins elektronische Gewand ab 1993 kommerziell nur wenig Anklang fand. Fehlende Promotion und eine massenmarktuntypische Produktion sorgten ebenfalls für einen steinigen Weg um Studios von Veröffentlichungen zu überzeugen. Kurz vor der Jahrtausendwende und wieder mit Kreyssig vereint, präsentierten die Mannen um Produzent Heiko Meile die markante Elektropopsingle "Thief", die jedoch ebenso nicht die erhoffte Beachtung fand. Ursprünglich als Zugpferd für ein neues Album geplant, ließ das Stück eingefleischte Hörer durch dessen einnehmende Klangstruktur dennoch aufhorchen. Teils fertig produziertes Material blieb jedoch unter Verschluss und es vergingen 4 lange Jahre voller Verschiebungen, Labeländerungen und Umstrukturierungen, ehe 2003 der "Sensor" seine Arbeit aufnehmen konnte.

"Sensor" ist düster und quicklebendig zugleich. Wie auch das schattige Cover mit den Gesichtern der Protagonisten versehen.

Nach kurzem Willkommensgruß durch das Intro, spinnt das energische "Me And You" ein atmosphärisch dichtes Netz aus feinen Fäden zwischenmenschlicher Regungen. Das Songwriting, Camouflages Paradedisziplin sticht auch diesmal hervor. Marcus Meyns einschmeichelnde Stimme gleitet galant über die bittersüß ausgebreiteten Gefühlsebenen. Wenn ihm in "Perfect" die Soundkulisse zu nächtlicher Stimmung zarte Silhouetten orientalisch anmutender Bauten erschafft, übt seine Darbietung eine kühle Faszination aus.
So auch im starken "Harmful", auf dem eine verträumte Gitarrenlinie den Weg zur kraftvollen Hook ebnet. Am Ende des Stücks sorgt er mit viel Gespür für den vielleicht persönlichsten Moment der Platte. Bandkollege Kreyssig singt die Ballade "Here She Comes", unterstützt von klagenden Gitarrenklängen mit viel Feingefühl und abermals fungiert besagter Gitarreneinsatz als tragendes Element, das den ruhigen Songs einprägsame Augenblicke verleiht.
Mit dem dynamischen "I Can't Feel You" wird das Tempo im Anschluss deutlich angezogen. Vital und treibend offenbart sich die zweite Single in der musikalischen Umsetzung. Der Text handelt von zerbrochenen Träumen, falschen Vorstellungen. Trugbildern rosaroter Theorie die nüchterner Praxis weichen. Mit den folgenden Tracks fühlt man sich schlagartig endgültig ins Jahr 1997 zurückversetzt. Die warmen Synthies wandeln von wabernd melodisch beim gediegenen "Lost" hin zu pulsierenden Wogen im eingängig-ultraesken "I'll Follow Behind". Das anschließende in Ambient-Tönen gehaltene "Adrenaline" lässt sich als ausgedehntes Outro des Songs betrachten, nimmt die Power heraus und schafft Raum für Gedankenspiele.

"Blink" wiederum genießt eine Ausnahmestellung. Anfangs eindringlich technoid im Soundbild assistiert Neele Ternes als Featuregast Meyn auf der fein komponierten Instrumierung. Ihr zart gehauchter Gesang verläuft parallel zur stillen Grundstimmung des Tracks, dessen federleichte Hook besungene Blätter im Wind akustisch ansprechend vertonen kann und ein Gefühl von Freiheit vermittelt. Angenehme Erinnerungen an Depeche Modes "Freelove" inklusive.
Während "74 Minutes" mit allerlei spacy Effekten ausstaffiert einen instrumentalen Mikrokosmos kreiert, folgt "Together" der bewährten Abfolge aus drückenden Elektrobeats gekoppelt mit einem ausdrucksstarken Chorus.
Auch das sinnierende "Thief" feiert ein überarbeitetes Comeback. Die positiv schwingende Synthiepop-Variante des Originals ist einer dezenter wirkenden, langsameren Fassung gewichen, die der vorherrschenden Melancholie auf "Sensor" auch durch zugefügte Drums eine deutlich sperrigere Note beschert. Das Stück spart sich all seine Kraft für die funkelnde Hook auf, die einem Feuerwerk gleich dem Song in bunten und hellen Farben neues Leben einhaucht. Das Nachdenkliche wird hier zelebriert.

Abgerundet wird das Album durch das dunkle "You Turn", bei dem sich Meyn und Kreyssig gesanglich abwechseln, doch der Funke will nicht wirklich überspringen. Zu matt und leer plätschert der Song vor sich hin. Der Hidden-Track "Perfect Sensor" bietet leider auch nicht, was der verheißungsvolle Titel verspricht. Anstatt eines verspielten Schlusspunkts werden träge Klänge geboten, die im Nichts versanden und das Album seltsam unspektakulär enden lassen.

Trotz des mauen Finales besticht "Sensor" mit vielseitigen und präzisen Produktionen sowie wohligen Gesangseinlagen, die ein hochwertiges Gesamtbild formen, das sich in keiner Weise vor den großen Vorbildern aus England verstecken muss, sondern eine mehr als ernsthafte Alternative darstellt, hinter der viel Herzblut steckt.
Turbulent in der Entwicklung, doch dann diese Antwort.
Eintauchen in den elegischen Elektronikfluss.

Think electronic

8/10



Montag, 25. Juli 2016

Witzig?



Es gibt so Tage, da stöbert man durch Foren oder was von ihnen so übrig geblieben ist und läßt den einen oder anderen Kommentar. Meist hinter einem Avatar, versteckt ohne seine wahre Identität preis zu geben. Mal schreibt man deutlich was man meint, mal weniger deutlich sondert man irgend welchen Müll ab. Man denkt darüber nicht nach, weil es keine Bedeutung hat. Die Kommentarzeile verschwindet im ehemaligen Forum eh unter der Fülle an Reviews/Berichten/Nachrichten die täglich bzw. stündlich von der Redaktion eingestellt werden.

Diese Kommentarzeile hat also eine ähnliche Aufgabe wie auf einem Großmarkt der Kaffeestand um mal ein Pause zu machen und einen kleinen Schnack zu halten. Um 18:00 ist der Kaffee alle. Einige dieser Avatare kommen aber immer wieder und scheinbar haben sie s. o. nicht nur ihren Fliegenschieß dabei. Sie haben einzig und allein ihren Hass dabei. Darauf hin fallen mir nur noch Gedichte ein. Eines steht schon seit 2 Tagen in einem Resteforum (falls der Begriff nicht klar ist, mehr ist es wirklich nicht mehr und das schließt die Bedeutung mit ein) und rette ich mal hier rüber, da ich das Copyright behalten möchte. Das zur Erklärung für Leser die sich was wert sind und mir selbstverständlich auch.


Lächerlich One?
 
Mehr habt ihr nicht zu bieten? Euren Hass auf mich? Als wenn ich wichtig wäre? Lächerlich?

Ein Bauernopfer mehr, und? Darüber ergötzt ihr euch tatsächlich? Dafür stalkt ihr hier rum? Jahrelang den gleichen Scheiß? Hauptsache ihr habt Spaß? Lächerlich?

Aber klar, wir sind es? Nicht ein Gedanke des Zweifels? Es gibt gar nicht genug Namen die euch bezeichnen? Welch ein bescheidenes Leben? Vorstufe erreicht? Level Up? Lächerlich?

Amöben unterhalten sich? Als wenn ich wichtig wäre? Konzentrat? Lächerlich?

Die Windmühlen drehen sich schon lange nicht mehr? In China? Hass? Wachkoma? Einer? Wenige? Viele? Krank? Feige? Hirntod? Lächerlich?

Fragen die ihr nie gestellt habt? Womit? Als wenn euer Hass wichtig wär? Lächerlich?

Einen schönen Gruß Stephan

P.S.: Keine Samenspenden mehr bitte, haben genug Anschauungsmaterial! Als wenn ich wichtig wäre? Lächerlich?


Lächerlich Two?

Speediconzal wer? Lächerlich?
Sodhahn wer? Lächerlich?
Santiago wer? Lächerlich?
Morpho wer? Lächerlich?
molten universe wer? Lächerlich?
mundanus wer? Lächerlich?
Vallepupall wer? Lächerlich?
Moodycurmudgeon wer? Lächerlich?
DaFunk wer? Lächerlich?
derHerrvonWelt wer? Lächerlich?

Der übliche Verdacht? Muppets? Lächerlich?
Dumm? Schlau? Lächerlich?

dein_boeser_Anwalt was? Garret warum? Lächerlich?

Waren das alle? War es einer oder keiner? Lächerlich?


Hass abwegig? Copy + Paste abwegig? Lächerlich?
Langeweile nichts da? Ewiges Studentenfutter? Lächerlich?
Die 50 Euro vom Blutspenden reichen nicht? Lächerlich?
Lesen oder gelesen werden? Textbausteine? Die Bildung? Welche? Lächerlich?
Der Job der mich gefangen nimmt und bei der nächsten Tafel absetzt? Lächerlich?
Das Hamsterrad? Tierschutz? Verbannung? Lächerlich?
Erdogan? Wer? Wer macht hier die Musik? Mettwurst? Lächerlich?
Porno = Sexualität? Amöben verschwenden Energie? Lächerlich?
Amöben haben doch Hirn? Fliegenklatsche zu klein? Lächerlich?
Wen(n) interessiert das schon? Ich bin dabei so wichtig? Lächerlich?


Einen heiteren schönen Tag allerseits euer Stephan


P.S.: Etwaige Ähnlichkeit zu Lebenden oder schon Verstorbenen (auch durch Synapsenversagen oder Schnappatmung) sind rein natürlich und gewollt? Lächerlich?

Donnerstag, 21. Juli 2016

Liedermacher sind alle tot?

In meiner Jugend, ach was erzähle ich bis heute ist das so, spielte der deutsche Text in Musik für mich eine wichtige Rolle. Die deutsche Muttersprache fühlt sich rund an, auch wenn ich selbst sicher zu den Rechtschreiblich unfähigsten Menschen gehöre, die DE je gesehen hat. Das ist mir mittlerweile egal, weil das was ich ändern kann, ändere ich. Das was nicht halt nicht. Ab Anfang der 70iger Jahre gab es mehre Herren und auch Damen die mit einer Gitarre bewaffnet in DE und umliegenden deutschsprachigen Ländern auf schlugen und große Erfolge feierten. Die meisten davon sind heute vergessen und teils auch verstorben.

Es geht mir nun nicht darum da einen Gesamtüberblick zu liefern, das sollen andere tun. Wie immer wird es nun sehr persönlich. Die Rede ist von Ludwig Hirsch. Ludwig begegnete ich erstmals bei einem dürren jungen Mann, der in seinem Backofen "Schwarzer Afghane" und "Roter Libanese" zusammen backte und der "Shit" kam sehr gut, kann ich mich erinnern. Besser, es war der Joint meines Lebens.

 
Der dürre junge Mann hieß Joseph, war etwa 190 cm groß, hatte lange rote Haare und stotterte sehr stark. Irgendwie, obwohl er der Dorfdealer war für mein kleines Heimatstädtchen, bekam er nicht nur das "Peace" gebacken, sondern ging in 12 Stunden Schicht in die nächste Chemiefabrik schaffen. Warum erzähl ich das alles? Weil es eine so wunderbare Ergänzung zu dem Lied, dem Joint und Ludwig Hirsch ist. Ohne das Erscheinungsbild von Joseph kein Ludwig Hirsch. Ich bin davon überzeugt, das es Zusammenhänge gibt, die fast was spirituelles haben. Spirituell nicht als Flucht (Religion) gedacht und gemeint, sondern als tieferer Ansatz den man nicht erklären kann und muss.
Jedenfalls legte irgend wann an dem Nachmittag Joseph mit den Worten, das musst dir dir anhören Stephan, das Stück "1928" von Ludwig Hirsch auf. Und ich lauschte. Zur Musik von Pink Floyd`s "Shine On You Crazy Diamond Pt.1" sprach Ludwig seinen Text drüber. Der Song endet mit den Worten: "Bitte, dieser Tag sei in alle Ewigkeit verflucht! An diesem Tag wurde die Micky Maus geboren." Danach hatte ich einen Lachflash und stelle mir die Frage, warum gibt es nicht mehr so Texte die einen ernsten Hintergrund haben, aber einen mit einem guten Gefühl nicht allein lassen?

 

Ob Joseph noch lebt weiß ich nicht, Ludwig Hirsch hat sich am 24. November 2011 das Leben genommen.

Gruß Stephan

Sonntag, 17. Juli 2016

Welcher Teufel hat dich denn da geritten

Aphrodite’s Child – 666

Es muss mit 16 Jahren gewesen sein, als ich zum ersten Mal in meiner damaligen Stammdisco „The Four Horsemen“ hörte und voll drauf ab ging. Etwa 2 Wochen brauchte ich für die Suche in den umliegenden Plattenläden, es gab noch kein Amazon oder ähnliche Dienste, bis ich den Schatz in Händen hielt. Was für ein Brett von Album. 2 LP´s purzelten mir entgegen, eine Gesamtspielzeit von 77:58 min. Auch das Artwork war etwas besonderes, Ferrarirot und darauf die Zahl 666.

Diese nüchterne Beschreibung des Albums ist aber nicht mal die halbe Wahrheit. Das Werk hat meine Herangehensweise an Alben grundlegend verändert und spielt bei der Auswahl wie ich mir heute noch Musik zulege eine Schlüsselrolle.

 

Erstmal „The Four Horsemen“ gesucht und die Nadel des Dual Plattenspielers vorsichtig dort auf gesetzt. Wer solch einen Eiertanz jemals selbst veranstaltet hat oder immer noch tut, tut es bei dem Album nicht mehr. Nein besser, tut es nie wieder. Alben sollten immer von vorne gehört werden, erst recht in Konzeptform wie 666. Einzelne Stücke führen dich auf die falsche Fährte oder gaukeln dir etwas vor. Also die Nadel auf die äußerste Rille und die Lautstärke konnte so bleiben wie sie ist. Was dann folgte, war erst mal ein großes Rätsel für mich.


Du brauchst dringend Infos, du musst dir übersetzen was da gesungen, gestöhnt u. gejault wird. Ich war für einen Moment verärgert, weil ich nur Bahnhof verstand. Die vier Apokalyptischen Reiter konnte ich mir noch ungefähr erklären, sollte das Album ein Machwerk des Teufels sein, wegen der erwartungsschwangeren 666 die das Cover zierte? Das war damals auch bekannt, das 666 für den Teufel steht. Das war mir aber zu wenig alles, weil auch die Musik bis auf drei, vier Stücke überhaupt nicht meinen Erwartungen entsprach. Also machte ich mich Abends wieder auf in meine Stammdisco und löcherte den Plattenaufleger. Der sagte mir, verantwortlich für dieses Machwerk des Teufels ist Vangelis und Demis Roussos. Demis war 1982 bekannt durch seine Auftritte in der ZDF Hitparade (er war der Folkloregrieche), Vangelis durch seine Filmmusiken (Chariots of Fire, Blade Runner).


Das Stichwort lautet Apokalypse und Teile der Offenbarung des Johannes (666) die Vangelis hauptverantwortlich damals vertonte. Mit christlichen Mach(t)werken kann ich erst Recht nichts anfangen und dieses merkliche Unbehagen setzte sich fort, mit jedem Ton der in meine Ohren vordrang. Ich weiß nicht wie das bei euch ist, aber Unbehagen, sich mit bestimmten Klängen nicht wohlfühlen löst bei mir eine umgekehrte Reaktion aus. Denn um so tiefer steige ich ein. Wochenlang verließ das Album nicht mehr meinen Plattenspieler.

Die beiden Stücke „The Four Horsemen“ und „Break“ sind die bekanntesten Stücke von der Scheibe. In mancher Discothek die alternativen Sound in den 70iger bzw. frühen 80iger spielte liefen sie hoch und runter. Das Stück „Infinity“ (Unendlichkeit) wollte die Plattenfirma erst gar nicht veröffentlichen und durch den sich anschließenden Skandal erreichte es seine Aufmerksamkeit.

„In diesem Lied wiederholt die Schauspielerin Irene Papas die Worte „I was, I am, I am to come“ immer wieder in mehr oder weniger hysterischer Weise, während Vangelis sie perkussiv begleitet – unschwer als die musikalische Präsentation eines Geschlechtsaktes zu begreifen.“ Zitat Wikipedia


Ein Je T'aime von Serge Gainsbourg / Jane Birkin hatte wesentlich mehr Kopfkinoqualitäten bezogen auf die Erotik. Und der Wirbel um das Geschmachte, schlägt sogar bis heute noch kleine Wellen in der Retrospektive. Stelle ich beide Songs in einen Vergleich, hatte durch das sprechen und nicht singen des Textes Infinity, mehr nachhaltige Wirkung für die Populärmusik.

Die anderen Stücke sind mir vom Text und die Verbindung zur Musik immer noch in vielen Teilen ein Rätsel. Kann also bis heute nicht genau beschreiben, was sie ausmacht. Einen Kirchentheoretiker hab ich noch nie bemüht bei Musik. Sollte ich das mal tun? Die Offenbarung des Johannes ist ebenfalls ein prophetisches Werk, insoweit kann man dem genial funktionierenden Percussion und Synthesizer Spiel von Vangelis auch was prophetisches auf sein späteres Werk andichten. Vangelis wurde von Jon Anderson angeboten Mitglied von Yes zu werden. 1974 ein Ritterschlag! Demis Roussos verwendete später bei seinen Live Auftritten Stücke von Aphrodite’s Child und 666. Um sich vom Folkloregriechen abzusetzen? Who knows?

Entscheidend ist bei 666, das es auch heute noch dir bei bringen kann wie man Alben angeht bzw. welche Kraft im Unverstandenen liegt. Es gibt im Film die Metapher der unfreiwilligen Komik, hier würde ich die Metapher verwenden, geliebtes unverstandenes Musikwerk und mit dem Teufel auf Augenhöhe. What A Great Gig In The Sky!

Gruß Stephan

Freitag, 15. Juli 2016

Malen mit Zahlen

Gauland zieht in der AfD "klare Grenze nach rechts"

http://www.welt.de/politik/deutschland/article157064512/Gauland-zieht-in-der-AfD-klare-Grenze-nach-rechts.html 

 

Ab und an weiß ich wirklich wie die Leute es meinen und fang dann an zu zeichnen. Das Ergebniss ist natürlich traurig.

Nachbarn

 

Mittwoch, 13. Juli 2016

An die Arbeit - Max stellt sich vor

Depeche Mode - Delta Machine (Review by Max)

Nach langem Testen auf den verschiedensten Brettern die für uns beide die Welt bedeuten und oft im Rap unterwegs, hat der Max es endlich hier hin geschafft. Heute ist ein Grund zu feiern, Max haut sein erstes Review heraus bzw. ich werde es gleich posten. Das hat den Grund, dass der Max im richtigen Leben sehr viel zutun hat und er und ich noch nicht dazu gekommen sind den Blog zu synchronisieren. Aber bevor hier ein „in Arbeit“ Schild aufgestellt wird dachten wir beide lieber raus damit.

Die Annahme, dass Depeche Mode experimentierfreudig bei der Gestaltung ihrer Akustikwelten sind, wurde im Laufe der 12 Studioalben oftmals eindrucksvoll bewiesen: Rockige Elemente, Gospelansätze oder bluesumwitterte Schmeichler wie "Sweetest Condition" vom visionären Exciter zieren die reichhaltige Liste an unterschiedlichsten Stücken die in ihrer Gesamtheit stets präzise justierte Elektronik vereint.

Nachdem sich in den 2000er Jahren nach anfänglichen Versuchsläufen in kühl-orientieren Soundflächen mit Restrisiko erst eine Back-to-the-Roots Laune einbürgerte, die im erneuten Ausflug gen abstrakter Astralspähren gipfelte, stand 2013 ganz im Zeichen des Mississippi-Deltas. Dort wurde Anfang des 20ten Jahrhunderts der Delta Blues geboren und in dortigen Gewässern warf Band-Leader Martin Gore den Anker aus, um den malerischen Stromschnellen und der fließenden Bluesromantik einen gehörigen Schuss maschinell produzierter Synthiewogen zu verpassen. Den verträumten, über der Flussmündung tanzenden Noten einen elektronischen Anstrich zu verleihen schien eine spannende Reise zu garantieren, die auch alteingesessene Hörer zu einer Buchung verführen sollte.

Ob sie noch immer die weltbeste Elektro-Kombo seien, wurde in dieser Zeit Sänger Dave Gahan von Journalisten gefragt und schmetterte diesen breit grinsend ein lässiges "Yes" entgegen. Gerade aufgrund solcher Aussagen standen nach Veröffentlichung der Vorabsingle "Heaven" die gleichen Schreiber erneut fragend da. Die schwere, gar feierlich vorgetragene Ballade war der exakte Gegenpol einer temporeich inszenierten Vorstellung wie sie Depeche Mode üblicherweise als erste Reize aussenden. Doch hinter vordergründiger Melancholie lag auch die eigentliche Stärke in Taktwechseln, die mit Klavieranschlägen versehen aus schleppender Schwermut eingängigen Electro-Blues kreierten.

Dabei eröffnet das Album anders, ganz anders. Ein dumpfes Röhren ertönt - Erinnerungen an Exciters "Dead Of Night" werden wach - und eine rhythmisch untypische Drumabfolge setzt asynchron zu Gahans ersten Auftritt ein, der den Hörer gesanglich höchst anspruchsvoll begrüßt."Welcome To My World". Diese präsentiert sich in der Folge als fein gestricktes Netz aus wuchtig zuckenden Synthesizern, die in ihrer flirrenden Struktur einen idealen Gegenpart zum getragenen Gesang bilden.

Gahans Wirken ähnelt dem eines Predigers, der mit kraftvoller Stimme die Zuhörer in seinen Bann schlägt. Ein moderner Würdenträger, der im soundtechnisch dynamischen "Angel" kurze Augenblicke der Ruhe auskostet um Energie zu tanken.

Deutlich bodenständiger wird es bei "Secret To The End", dessen waberndes Soundbild samt sich hypnotisch wiederholender Hookline vertrautere Wege einschlägt, auch klingt Gahan weniger mahnend, denn nostalgisch aufgelockert trotz Thematik zwischenmenschlicher Missstände. Das ausgedehnte Outro entlädt ein tosendes Synthiegewitter dessen reinigende Wirkung die zuvor beklagten Sorgen wegwäscht. Auf rein instrumentale Tracks verzichtet das Album, doch gönnt es einigen Songs verlängerte Spieldauern, die für das pure Zelebrieren genutzt werden. So auch beim puristisch anmutenden "My Little Universe", in welchem eine Vielzahl minimalistischer Effekte zu einem verspielt dichten Gesamtpaket aufbereitet werden, das zum Ende hin düster-sterile Klangfelder formt, deren Sogwirkung den Song auch nachhaltig wirken lassen. Ein wiederum gelungenes Experiment, das sich jedoch von der Grundthematik des Albums stark unterscheidet.

"Slow" definiert seinen Verlauf schon alleine im Namen. Behäbig in der Ausführung, Gahan wirkt müde und zerbrechlich, plätschert das Stück dahin. Statt des mächtigen Delta-Stroms wird vielmehr eine trübe Kahnfahrt geboten. Der Blues verwässert, die Energie bleibt ungenutzt im Lamentieren verborgen, als würde sich die Musik dem fortschreitenden Alter der Protagonisten anpassen und schlaff am Pensionstresen hängen.

Doch gelingt mit "Broken" postwendend die Kehrtwende. Ein ungewöhnliches Werk, dessen ernste Grundstimmung in melodischen Passagen und einem markanten Finale ihre volle Wirkung entfaltet. Der eingängige Song zeichnet ein nüchternes Bild in tristen Schattierungen, in denen jedoch noch Hoffnung keimt. Mit"The Child Inside" erfolgt kurz darauf die obligatorische Martin Gore Solo-Nummer. Zu leisen Tönen, die eine dezent nocturnale Atmosphäre erzeugen gelingt ihm fast ganz ohne gewohnten Pathos ein kleines Highlight der ruhigen Sorte, das sich textlich in dunklen Momenten auslebt. Zu ruhig für Produzent Ben Hillier in seiner finalen dritten Zusammenarbeit mit der Band. Mit "Soft Touch / Raw Nerve" halten scheppernde Synthiehämmer pompösen Einzug. Der Track wirkt mit seiner manisch-monotonen Marschroute eher wie eine elektronische Fingerübung zu der Dave Gahan eine routinierte Performance gibt. Auch "Should Be Higher's" schwebende Produktion grüßt die darunterliegende Folk-Landschaft des Mississippis nur kurz und konzentriert sich auf futuristischer Mid-Tempo-Basis vornehmlich auf klassischen Synth-Pop, ehe "Alone" einen weiteren prägnanten Eckpfeiler der Delta Machine darstellt.

Im Dämmerlicht zu bedrohlichen Klängen, satten Bässen und religiösen Metaphern schwingt Gahan auf atmosphärischen Flächen hin und landet bei "Soothe My Soul" in pulsierender Technoästhetik, die den Song gleichzeitig spannend wie treibend macht. Zum Closer "Goodbye" gesellt man sich noch einmal rund ums Bluesfeuer mit gemütlich wippenden Gitarreneinsätzen, überproduzierter Hook, Blitzen, Piepen, Funkeln, Krachen. Ein großes Feuerwerk zum Schluss und eine auch im Angesichts des Abschieds von Hillier nette Idee, jedoch etwas anstrengend gerade gegen Ende.

Mit Delta Mache bleiben Depeche Mode sich trotz merklicher Einflüsse im Bluesbereich schlussendlich weiterhin treu und liefern ein unterhaltsames Spätwerk mit interessanten Konzepten. Manch Song mag etwas zu sehr in die Länge gezogen sein, anderswo wird das Tempo vorzeitig herausgenommen, große Momente werden dem Kollektiv untergeordnet. "Yes" mit Abzügen in der B-Note.

4/5

Gruß Max im Auftrag Stephan

Samstag, 9. Juli 2016

Ankommen – Was wir wollen, wer wir sind

Biffy Clyro - Ellipsis




Mit BC kam ich erstmals in Kontakt, als das Album „Only Revolution“ 2009 erschien. Kurze Zeit später sah ich sie im Vorprogramm von Muse, da waren Muse schon wieder auf dem absteigenden Ast und konnten mich nicht restlos begeistern. Trotzdem gehört Muse weiterhin zu meinen Favoriten. Hoffe da einfach auf Besserung.

BC waren damals noch sehr hart unterwegs, von „Noiseabmischung“, bezogen auf ein noch lauteres Publikum in Erwartung von Muse, hatten sie wohl noch nichts gehört. Es schepperte an allen Ecken und Enden, da hätten sie ihr Instrumente + Mikro auch gleich in mein Gehör ein stöpseln können. Das ungeschliffene an ihrem Sound mochten die Leute aber, das war „Handmake“ in Ohren der Hörer. Auch ein Mittelfinger wenn er angebracht ist, schwang da mit.

Für viele werden BC immer die Alben „Blackened Sky“, „The Vertigo Of Bliss“, „Infinity Land“ u. mit Abstrichen auch noch „Puzzle“ bleiben, ab da wurde es zu poppig und damit beliebig. Nicht so für mich, bei mir wurden sie halt erst mit „Only Revolution“ geboren und ich mag gut gemachten Pop bis Glamrock sehr. Auch an Radio tauglich oder eine Gröhlhymne finde ich durchaus gefallen dran.

Nun also „Ellipsis“ und am Anfang mit „Wolves of Winter“ denkt man ein bisschen, nun doch die Rolle rückwärts. Das ist aber eine Fehleinschätzung. Bei „Friends and Enemies“ kann man die ersten 40 Sec. auch zum rhythmischen Klatschen animieren verstehen und das stell ich mir in einer 10000 + Halle einfach Endgeil vor. „Animal Style“ ist die erste Singleauskopplung und hat was von Gangnam Style meets Rock n Roll, feine Popnummer und sicher Radiotauglich. Dann geht es etwas ruhiger zu mit „Re-arrange“, Accusticgitarre und ein Mitsingrefrain, sehr nice.

Der Mittelteil hat für mich die besten Stücke. „Herex“ zwischen Noiserock und Progpop ist perfekt. Mitgröhl und Gänsehaut Garantie. „Medicine“ ist wieder eher ruhig, dann kommt das groovende „Flammable“ was im Vorfeld kritisiert wurde, nur hört den groovie Bass, passt wie Arsch auf Eimer.

Von allen Trademarks die BC mittlerweile haben am weitesten weg ist „Small Wishes“, was eine schlichte Country Nummer ist und wenn das Album mit „People“ endet, gibt es nicht eine Nummer die einen schwachen Eindruck hinterlässt. Finde das nach „Opposites“ sich BC mit „Ellipses“ in eine konsequente, richtige Richtung bewegen. Ohrwurmgarantie gepaart mit Radiotauglichkeit, ein tolles Sommeralbum. Sterne gibt es bei mir nicht, möchte niemanden Konkurrenz machen. Anspieltipps auch nicht, wie gesagt kann allem was abgewinnen.

Tracklist

01. Wolves of Winter
02. Friends and Enemies
03. Animal Style
04. Re-arrange
05. Herex
06. Medicine
07. Flammable
08. On a Bang
09. Small Wishes
10. Howl
11. People

Gruß Stephan

Freitag, 8. Juli 2016

Brot und Spiele und diesmal muss sich DE etwas früher wichtigerem zu wenden

Geld regiert die Welt

24 Mannschaften aus dem großem Europa trafen sich in Frankreich zum gemütlichen Fußballspiel um den Europameister unter sich aus zu machen. Von Anfang an spielte Deutschland eine mit entscheidende Rolle und wir spielten sie gut. Sehr früh stellte sich im eigenen Land die Gewissheit ein, diesmal können wir es schaffen, wir sind die spielerisch beste Mannschaft und die Fußballspieler individuell so und so die Besten.

Das ein Lazarett mit genommen wurde und der Fußballgott Schweinsteiger im ersten Spiel gegen die  Ukraine in der letzten Minute ein Tor erzielte übertünchte die gesamte Vorrunde. Das es die Vorrunde überhaupt gab war schuld, das Deutschland trotz dem sie die beste Mannschaft waren, nicht weit kommen konnte bei dieser EM. Alles quatsch.

Geld regiert die Welt wirklich, zumindest die UEFA Welt

24 Mannschaften, 2 Wochen mehr „Grottenkicks“ auf allerhöchsten Niveau die man teuer unters Volk ausstrahlen kann, 552 Spieler die zu Zidanes, Ronaldos o. Messis werden können und damit viel Geld umsetzen. Was bleibt? Griezmann ist nun 200 Millionen Euro wert. Platini wird frei gesprochen und italienische Schiedsrichter waren noch nie gut für´s deutsche Spiel.

Ja der Schiedsrichter an dem hängt mal wieder alles. Erst pfeift er bei der Weltmeisterschaft einen klaren Elfer nicht für Argentinien, dann kommt der Schiri mit der Glatze und nominiert ihn für das Halbfinale gegen den Gastgeber Frankreich. Dort pfeift er einen Elfer gegen Deutschland den er nie mit eigenen Augen gesehen haben kann, der aber einer war. Alles quatsch.

Scheiß auf das Geld und las die Sonne ran


Nun also Frankreich vs. Portugal im Endspiel. Irgendwie hat man Mitleid mit Portugal nach dem ganzen Unsinn was sie in der EU ertragen mussten mit dem Geld und im Fußball gibt es diesen tollen Ronaldo den man am liebsten in einem italienischen Spaghettiwestern sehen würde. Also ich wäre für Portugal als Fußball Europameister. Nur wetten tu ich nicht drauf, weil siehe oben so ganz koscher ist mir das nicht. 


Also doch Frankreich, seit 2000 nichts mehr gewonnen. Zidane haut auch keine Leute mehr um, nicht mal bei einem Fußballspiel. Alles zusammen genommen, wir sollten die Briten fragen ob das mit dem Brexit auch auf eine EM anwendbar ist. Die Wettbüros freuen sich schon jetzt. 
 
Alles Quatsch also!

Gruß Stephan 

P.S.: Mein Dank geht diesmal an Sven Kabelitz, der einen Beitrag bei FB zum Ausscheiden der deutschen Mannschaft erst einstellte und dann entsorgte. Warum er das tat, müsst ihr ihn schon selber fragen, ich halte dicht. Alles Quatsch natürlich!

Mittwoch, 6. Juli 2016

Eine Welt geprägt von Idioten

Shakespeares Macbeth: „Leben … ist nichts mehr als eine Fabel, erzählt von einem Idioten, voll mit Schall und Wahn, die nichts bedeutet.“

Manchmal gibt es so seltsame Tage im Leben eines Menschen, da ist man von Idioten umzingelt und man fragt sich möchte man dazu gehören? Im gleichen Moment denkt man auch, das mit einem doch was nicht stimmen kann, das man alle anderen als gleich idiotisch empfindet und sich selbst als den größten „Erklärbär“ den die Welt je gesehen hat. Du bist hier der einzige Idiot, denk doch mal praktisch.


Und wenn dieser Begriff durch deinen Schädel rast, spätestens dann möchte man sich wieder in einen Embryo verwandeln und zurück an diesen warmen kuscheligen Ort. Pragmatismus, ein Verbrechen an sich selbst. Eine Vergewaltigung des Individualismus. Ja und nun wird die überwiegende Mehrheit aufheulen und einen Orkan an Stimmen prasseln auf dich nieder, du bist ein Idiot. Auch ein Beteuern, nach dem Anfang, das man doch keine Stimmen in seinem Kopf hört hilft hier nicht weiter. Aber was war passiert?

Freunde

Ein guter Freund kam auf einen Kaffee vorbei. Das Gespräch drehte sich seit Tagen um einige verstorbene Menschen die man eigentlich alle nicht kannte. So genannte Promis, Stars und das dieses Jahr außergewöhnlich viele dieser bedeutenden Menschen gegangen sind. Bei Stars hat jeder in seinem Leben seinen eigenen Favoriten. Meist verknüpft mit irgend einem wichtigen Ereignis in deinem eigenen Leben. Bei mir war es eine Episode wo es um meinen Vater, Muhammad Ali und meine Träume ging. Diese Episode halte ich für wichtig, weil diese Träume hab ich später immer wieder regelrecht gebraucht u. benutzt um nicht endgültig zu scheitern. Das ist aber eine andere Geschichte und wird eventuell später mal erzählt. Nun aber zur Episode.

Ali

Mein Vater hat mich am 30.10.1974 um 4:00 morgens geweckt. Nachdem ich ein wenig wacher wurde, erklärte er mir was ich jetzt sehe ist ein von Gott berührter schwarzer Mann. Dann sah ich acht Runden Schwergewichtsboxen, eher langweilig weil der eine lehnte zu 90% der Zeit in den Seilen, der andere klopfte ihn windelweich. Kurz vor Ende der achten Runde geschah es, irgendwie konnte dieser Gott berührte schwarze Mann sich kurz befreien von den Seilen und legte seine verbliebene Kraft in seine rechte Faust und man sah Georg Foreman zu Boden gehen. Mein Vater sprang in seinem Wohnzimmersessel herum und führte einen Veitstanz auf, ich lernte was Träumen ist. Ich liebe meinen Vater! Er war mein Ali!

Elie

In dem Kaffeehaus wo wir uns gegenüber saßen hatte mein Freund eine andere Persönlichkeit, die ihm scheinbar wichtig war, Elie Wiesel. Also fragte ich sehr umständlich, weil man möchte ja niemanden verletzen, warum ist dir Elie Wiesel so wichtig? Da wäre natürlich die unbestreitbar wichtige Tatsache, das Elie eine Vorbildfunktion ausgeübt hat sein Leben lang. Der Kampf gegen Gewalt, Unterdrückung, Rassismus ist ein immer aktuelles Thema. Das sich klar machen, wann auf dieser Welt ein Unrecht passiert, sollte immer da sein. So weit stimmten wir noch überein. Aber es wurde sehr schnell ungemütlich.

Meinem Freund war nicht klar, das ich meine Träume für so wichtig erachte, das selbst Ali vs. Wiesel für mich immer einen nur einen Sieger ergeben kann. Was natürlich so nicht stimmen kann. Wiesel war bedeutender für alle Menschen auf dieser Erde. Denk doch mal pragmatisch.

Helden
Nein, das möchte ich gar nicht, Freund! Wiesel war mir selbst so wichtig, das ich zunächst entfernt an einen Kleinflugzeugabsturz in Gabun dachte. Schäme dich. Wieso? Die ganzen Tatsachen die man mit Elie verknüpft, waren bei mir schon immer da. Ich hasse Gewalt, ich hasse Rassismus, ich verabscheue Krieg. Und ich träume schon länger von einer endlich friedlichen Welt. Nun wo durch ich das Träumen erlernte, hab ich ja schon beschrieben und in so weit bleibt Ali für mich wichtiger und diskreditiert keineswegs Wiesel. Kopfschüttelnd, an den Pragmatismus mich erinnernd verließ mein Freund das Kaffeehaus. Die Frage wieso Wiesel so bedeutend für meinen Freund ist, blieb unbeantwortet und ich schätze er hat sie sich nicht mal getraut zu stellen. Ja natürlich war dieser Satz manipulativ, ich möchte meinen Freund schließlich behalten.

Gruß Stephan

Montag, 4. Juli 2016

Kein Entrinnen in meinem Dschungel

Apfelbaum die Erste

Neben dem Rasenmäher, waren heute auch meine Hände am Werk und pflanzten den ersten Apfelbaum in meinem alten/neuen Garten. Ehrlich gesagt, so einem Apfelbaum kann ich aktuell mehr abgewinnen als mir selbst. Und ich überlege gerade allen ernstes wie ich diese Geschichte formuliere ohne das sich ein Bäumchen genötigt fühlt sein Blätterkleid ab zu werfen. Ach egal lege einfach los.

Apfelbaum

Hinter dem Baum die Reste eines alten Zaunes und der neue Sichtschutz meines Nachbarn der etwas den Charakter eines Jugendknastes vermittelt. Das muss aber nicht jeder so sehen, bei 2 m hohen Sichtschutz denke ich immer sofort an, da hat jemand was zu verbergen. Bei Reihenhäusern kann ich auch verständiger sein. Wo hin gegen der Rest des alten Zaunes schon was morbides hat. Irgendwann wenn es jemanden stört kommt auch dieser alte Zaunrest weg, aber nicht heute. Aktuell insperiert er noch, es wäre für ein wegnehmen noch zu früh.

Deswegen hab ich mir das Haus mit Garten ja angeschaft, einmal weil ich mir selbst Arbeit schaffe, zum zweiten haben im Haus und Garten schon Menschen vor mir gelebt und überall Spuren hinterlassen. Jetzt nicht so ein Methatüdelkram, daran glaube ich nicht. Ich bin überzeugt Geister die Besitz von unserem Hirn nehmen sind reine Chemie. Und wenn man es nicht erklären kann, dann hat man die Chemie noch nicht entdeckt. Aus die Maus.

Nun hänge ich gerade am Rechner und sehe dieses Foto oben.

Apfelbaum die Zweite

Morbides mag ich. Etwas was dem Wetter überlassen wird und sich irgendwann einmal einfach in ein Nichts auflöst, das hat was. Dazu aktuell der kleine Apfelbaum, frisch und jung eingepflanzt. Ich die Hebamme(r) eines Apfelbaumes, der Kontrast hat was tröstliches, friedliches. Man jetzt heule nicht den Mond an, ach quatsch haben wir schon Vollmond? Dann wäre ich nämlich wieder bei morbiden Bildern die sich manifestieren in meinem Dschungel im Kopf.

Apfelbaum die Dritte (Perspektivwechsel)

Dschungel?

Have A Nice Day. Ja klar hatte ich mit meinem Apfelbaum keinen Sex, auch wenn manche Astgabel aktuell schon sehr einladend erscheint. Nein, ich hab mir einfach keinen Kopf gemacht und unter anderem einen Apfelbaum gepflanzt. Für manche Nörgler eventuell zu wenig. Das ist mir egal. Wenn ich an die leckeren Cox Orange denke, dann breitet sich ein breites Lachen allein durch den Gedanken in meinem Gesicht aus. Übrigens ich mag keine Äpfel so rein Essens technisch. Was bewegt euch so, wenn ihr gerade was für euch entdeckt? Der Apfelbaum fühlt sich jetzt schon wie ein kleines Vermächtnis an, weil er wird mich überleben, das ist ein gutes Gefühl und wenn er mal Schatten spendet auch ein mächtiges Gefühl. Das wünsche ich meinen Nachbarn und natürlich auch den Lesern hier.

Gruß Stephan

Freitag, 1. Juli 2016

Flitzer, ja wo laufen sie den?

Facebook ein Psychogramm


Ich war mal wieder bei Facebook unterwegs. Erst der Reiter oben im Browser geklickt Startseite und geteilte Beiträge meiner noch wenigen Freunde werden sichtbar. Sofort zuckt es mir durch das Hirn, was tust du da, Freunde der Begriff an sich hatte doch mal Wert und nicht so eine Einsamkeitsveranstaltung. Irgendwie erinnert das an seine Haut zu Markte tragen. Stop, das machen alle so und wenn du noch irgendwie leben willst musst du das Spiel mitspielen. Halt die Fresse Stephan.



Ah da ein interessantes Thema, ein Flitzer war bei einem Fußballspiel auf getaucht und ganz schnell auch wieder untergetaucht. Für meinen Geschmack zu schnell und die Nahaufnahme vom nieder ringen hat mir sofort gefehlt. Dazu noch der ätzende Kommentar des Moderators, ja heute zuckt man angesichts von Terrorgefahr blabla gleich zusammen. Man du Gespensterjäger, geh und kommentiere ein Fußballspiel, aber dein tägliches Geschäft mach bitte im stillen Kämmerlein. Heinrich schrieb in seinem Beitrag etwas von Flitzern die früher nackt unterwegs gewesen sind.

Der noch immer eher runde Kopf fing an zu rattern, wenn man kleine Dampfwolken beim Denken produzieren würde, in dem Moment waren sie zu sehen. In den vergangen Tagen, hatte ich das etwas seltsame Vergnügen mit meinen Beiträgen nicht nur Freude bei meinem Gegenüber in die Herzen zu zaubern. Ich wollte meinen Blog voran bringen und so verfiel ich auf die einfache wie auch immer wieder verfangende Idee hau was raus, was die Richtigen so richtig nervt. Ich nerve mich selber zur Genüge, also da kenne ich mich aus. Aber das dann Foren übergreifend zu einer Hetzjagd mit Fake - Accounts, Realbildern unter falschen Namen und Zitate zu eigen machen und letztlich einer Anzeige die raus ist führt, hätte ich nicht erwartet. Dafür fehlt mir nun wirklich die Fantasie.

Also textete ich.

„Früher waren auch noch keine Feministinen unterwegs die Fussball spielen wollten. Das waren noch Zeiten. Da waren noch lächerlich kleine oder lächerlich große 20 cm die dann von irgend welchen bösen Ordnern weggekickt wurden ein Fest der Sinne. Aber das mit der Degenaration der Sinne ist ein eigenes Thema.“

Ohne Word und der Korrektur getextet. Erschrocken, drei Fehler mindestens, weil das hier ist in Word entstanden. Das ist der Wahnsinn, auf die ganzen „Germanistikstudentenfutterer“ gehst du auch noch ein.

Du hast doch tatsächlich es gewagt, offen und ehrlich für das bestes Stück an guter französischer Luft ein Wort einzulegen, ok es waren ein paar mehr Worte. Du bist ein Sexist und bist auch noch stolz darauf. Wer wäre Angesicht der zu sehenden 20 cm wenn ich an mir selber herab schaue nicht stolz? Und außerdem hab ich hier einen Blogbeitrag zu schreiben, ein bisschen Würde möchte ich dann doch behalten, auch wenn alle anderen meiner unwürdig sind.

So liebe einsame Herzen (Feministinnen diesmal nicht, da ist die Tür und da steht EXIT drauf), ich würde mich ehrlich freuen wenn ihr euch meiner würdig erweist und eine gescheite, kluge und lehrreiche Diskussion mit mir und Gästen anfangt und gern auch beenden würdet. Einzige Bedingung, erweist euren Sinnen Vertrauen und bringt etwas Würde mit, sprich Einzeiler finden keine Beachtung es sei den sie stehen wie meine Eins.

Gruß Stephan

P.S.: Das war für diese Woche mein letzter Blogeintrag, da ich echt nicht mehr geben kann. Da schrumpfen selbst meine 20 cm auf Bonsaigröße.