Samstag, 13. August 2016

Perlen(tief)taucher

Old Coldplay meets young Leonard Cohen


Gerade befand ich mich noch mit dem Max im intensiven Austausch über eine verlorene Freundschaft, im Hintergrund lief der Wochenmix von Spotify und ich sagte zum Max den belanglosen Satz: "In der Popmusik kommt schon immer die beste Musik aus GB, egal welches Genre man schaut. Das wird auch immer so bleiben." Da drang der Titel Dresden von The Slow Show an meine Ohren und wollte partu da nicht mehr raus. Kann man nichts machen, die ersten Töne werfen dicke Anker und schicken dich zum tief (ein-)tauchen.




Eine Stimme wie der junge Leonard Cohen empfängt dich bei Dresden. Wenn Briten von/über Dresden einen Song machen, dann nutzen sie das oft als Metapher für den Untergang den sie über diese Stadt gebracht haben. So auch hier in dem Song. Das mit meiner traurigen Stimmung, in der ich mich zu dem Zeitpunkt befand, macht das ganze rund. Etwas recherchieren, du kannst doch nicht ohne etwas zu wissen ein Review schreiben?


In meinem Selbstverständnis ist das meine größte Stärke, der erste Gedanke ist mein bester oft. Warum da lange überlegen? Sich hin geben, niederschreiben wie das hier gerade und alles ist gut. Was will ich schon mehr? Trotzdem googlte ich los. Also suchen nach The Slow Show. Rechts fällt einem sofort ins Auge, fünf Alben hat die Band schon raus und ich kenne sie nicht. Ok das kann auch daran liegen das nicht mal Laut.de die auf dem Schirm haben. Bei der Unmenge an Veröffentlichungen die bei Laut auf dem Schreibtisch landen wunder ich mich schon lange nicht mehr.

 

Nach drei Titeln konnte ich das gerade geschriebene aber nicht mehr gelten lassen. Keine Entschuldigung, das ist ein kleines Meisterwerk und die bei Laut sollen mal ruhig ihren friedlichen Schlaf weiter genießen. Nun ich mach mal weiter. Die Stimme von Rob Goodwin erinnert fatal an Leonard Cohen, den jungen Leonard Cohen. Das ist ja mal ein Maßstab und ja diese einmalige Stimme fordert einen auch sofort zu scheitern auf. Leonard ist ein Gott mit seinem Sprechgesang und der Tiefe die seine Stimme als Markenzeichen kennzeichnet. Aber Rob scheitert nicht, nein er gibt dieser Art zu singen noch mehr Präzession und erreicht da durch seine Eigenständigkeit.


Nach ein bisschen suchen fanden sich auch etliche Songs im Netz bei Youtube. Die füge ich nun noch mit ein und hoffe jemand verbreitet die frohe Kunde weiter. Es gibt da draußen was zu entdecken, bei aller Tragik, die nicht nur in den Liedern von The Slow Show sich zeigt, es bleibt im Leben immer die Hoffnung. Hier die Hoffnung einer großartige Band etwas Fame voraus zu sagen. Obwohl ich mir sicher bin, diese Qualität setzt sich auch ohne mein Zutun durch. Schaut aber nun selber.


Kleine Geschichte noch zum Schluss. Wie komm ich auf Coldplay? Ich habe Coldplay bis zum Album "A Rush Of Blood To The Head" geliebt, ein bisschen auch noch "X & Y". Die Titel Fix You, Speed Of Sound, Clocks, The Scientist, Politik verströmen die gleiche Magie wie sie nun bei The Slow Show auf taucht. Ach ja ein paar Daten.


The Slow Show - White Water
Tourdaten (DE) 2016

LUHMUHLEN (DE)  -  A Summer's Tale Festival -  13 August 2016
ULM (DE)   -   Obstwiesenfestival   -   19 August 2016
DORTMUND (DE)   -   Way Back When Festival   -  29 September 2016 
COLOGNE (DE)  -  Kulturkirche   -  16 November 2016 
HAMBURG (DE)  -  Knust   -  17 November 2016 
BERLIN (DE)  -  Gretchen   -  18 November 2016 

Gruß Stephan

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