Montag, 28. November 2016

Fünf Alben aus dreißig Songs - Ausgabe 8



Brendon Perry - Ark (2010)


 


Brendon, Singer/Songwriter aus England, bekannter durch die Band „Dead Can Dance“. Seine ehemalige Bandpartnerin Lisa Gerrard ist sehr bekannt geworden u.a. durch die Filmmusik von Gladiator. Brendon war zuletzt mit Peter Murphy in Südamerika auf Tour. Hier hauptsächlich an elektronischen Gerät unterwegs (obwohl er viele Instrumente spielt), gefällt mir sehr gut, klasse Stimme der Mann. 5/5 (Skipwertung)


Lou Reed - The Raven (Expanded Edition/2003)




Eigentlich das letzte Werk vom großen Lou Reed und dann auch noch ein Doppel-Album über Edgar Allan Poe. Gastmusiker unter anderem auch David Bowie. Noch einmal läuft Lou zu allergrößter Kreativität auf und hinterlässt nicht nur Poe ein Denkmal. Über Lou und seine Musik gibt es soviel zu schreiben, hört es euch einfach an. Sein Berlin Album ist für mich ein Alltime Favorit. 5/5 (Never Do It Skipen Wertung)


The Answer - Solas (2016)




So mag Papa das! Retro – Schwermetal, Hammer Riffs und gute Stimme. Was willst du mehr als die nicht mehr so reichlich vorhandenen Haare fliegen zu lassen? Wer sich das entgehen lässt, hat 2016 nicht auf gepasst oder ist einfach eine Spaßbremse! 4/5 (Skip Wertung)


Neil Young - My Pledge (Single 2016)


 


Vorbote für das neue Album (Peace Trail/9.12.) des nimmermüden Neil Young. Und ja, es ist halt Neil drin, wo Neil drauf steht. Lebende Legende, ohne wenn und aber. In Zeiten von Tr(u)ampeltieren ist es wichtig, das man ein schönes Amerika noch hören kann. 5/5 (Single)

Lambchop - Flotus (2016)

 



Noch mal Amiland, schön und überhaupt sehr entschleunigt. Kurt Wagner heißt der Typ und macht irgendwas mit Country u. Folk, ehemaliger Parkettleger und nun Bandleader von einer bis zu 18 Musiker umfassenden Band. Album der Woche, weil entschleunigen tut auch mir gut. 4/5 (Nicht zu skipen Wertung)

Gruß Stephan

Sonntag, 27. November 2016

De featuring Vision - Subkutan (2006) Review

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Elektrifizierte Wollust im Einklang mit den innersten Empfindungen. Das Cover von Album Nummer Neun erlaubt den Einblick in ein düster-romantisches Milieu voller eindringlicher Momentaufnahmen. Die schon beim Vorgänger entworfenen Kanäle nahtloser Elektronikströmungen wurden in gleicher Konstellation konsequent weitergeführt, doch wie fühlt es sich an, wenn Töne unter die Haut gehen?

Augen zu...Injektion..."Subtronic".

Im Nu befindet man sich in einer hochtechnisierten Echokammer, Keths gepresste Vocals bilden das Bindeglied zum spiralenförmigen Soundbild, das die verspielten Synths in einem hypnotisch-gedämpften Orkan durch die Anlage wirbelt. Das treibende "The End" dagegen eröffnet mit schwerem Pianomotiv, dessen anklagende Struktur Parallelen zum Text zieht. Vergangene, noch nicht verheilte zwischenmenschliche Missstände schwingen in der gegenwärtigen Aufbruchsstimmung in jeder Kernfaser als wiederkehrende Mahnmale mit und bilden so den Gegenpol zu den vitalen Uptempo-Beats.

Auch "Star-Crossed Lovers" startet mit langsamer Klavierbegleitung, schwermütig und gediegen. Der Hörer betritt eine kryptische Vision, in der er einen langen dunkelfarbenen Korridor durchstreift, hinter dessen Mauern hauchende Stimmen raunen. Von diesen Wänden schälen sich mit zunehmender Spieldauer die unförmigen Schatten und verwandeln das Zwielicht in eine progressiv-wuchtige Maschinerie, die sich erst am Ende des Stücks zurück in die Düsterwelt zurückzieht. Das folgende "Addict" erschafft zu markant ausgefeilten Synthesizern eine erotisch aufgeladene, durchaus einnehmende Atmosphäre voller Hingabe und Verlangen.

Die stark melodische Hookline von "Obey Your Heart" inmitten kreisender Electrowellen stellt eine gelungene Steigerung dar. Präsentiert sich der Track doch überwiegend durch rauchig-prägnanten Stimmeinsatz und auf den Punkt genaue Bigbeats mit hohem Tanzfaktor.

Grundverschieden dagegen die in sich ruhende Ballade "No Tomorrow". Sinnierend bewegt sich der Song auf weichen Elegieplateaus, der Himmelskörper wirkt wie ein schwarzer Kristall, dessen sanfte Schwingungen das Blattwerk der Baumkronen leise im Wind rauschen lässt. Kein Stück zum Nebenherhören. Ein weiteres Kleinod findet sich in "Still Unknown", dessen mehrschichtige Hook und Gesangslinien die luftig inszinierte Klanggestaltung sehr ansprechend auskleiden. Nach 10 Jahren Abstinenz befindet sich mit "In Dir" auch wieder ein deutschsprachiges Werk auf dem Album. Samtene Dunkelheit schwebt über pulsierenden Bassflächen, die Stimmung ist eindringlich wie geheimnisvoll und gibt sich zum Ende hin mit melancholischen Tonfolgen einprägend melidiös.
"Die Antwort liegt in dir"

Subkutan

Geboren in "Right On Time" ("6 Feet Underground") walzt "E-Shock" mit fiebrig wummernden Beathämmern als erwachsen gewordener Maelstrom über das Danceareal. Steffen Keths sich wiederholende Parts bilden nur Geleitschutz zum vocodergetränkten Gewitterregen, der auf varrierende Hochglanz-bpm-Terrains niederprasselt.

Der atmosphärische Höhepunkt entspringt jedoch dem Anfang von "My Worst Enemy". Wie hier die Soundfragmente in der ersten Minute ein Bild nebelverhangener Straßenschluchten zusammensetzen, in denen schemenartige Umrisse der Umgebung erst nach und nach offen gelegt werden, alles im nächtlich-stillen Farbspiel ist sehr gelungen. Der eigentliche Song erzählt von inneren Konflikten, dem Streben nach höheren Zielen und ist mit wolkig-sphärischen Elementen angenehm instrumentalisert.

"Not Made Of Gold" ist ein weiterer Geheimtipp, der mit druckvollen Bässen und schwungvoller Dynamik dennoch stets ein relaxtes Grundgefühl vermittelt. Die schwerelos ausgeführte Inszenierung, gerade im ausgedehnt verträumten Schlussdrittel ist beschwingt und gönnt sich mit akustischen Spielereien wie Knarzen, Blitzen, Samples und ausgiebigen Rattern der Synthies viel erfrischenden Freiraum.

Zum Abschluss wird es dann noch einmal schwelgerisch entspannend."Summer Sun" badet in einem Pool aus Licht, die Frische des Sommers und gleichzeitige Schwüle der Hitzewallungen ist in der dichten Soundästhetik durch viele kleine Effekte greifbar und beschließt das Album mit einem wohligen Gefühl der inneren Zufriedenheit.


Mit "Subkutan" wurde nicht nur das Soundkonzept des guten Vorgängers weiter ausgebaut und modelliert, es finden sich auch hinter jeder Ecke kleine Überraschungen, eine ausgesprochen euphonische Klangdynamik und so mancher bleibende Moment, der sich tief unter die Haut brennt.

Und solche Leute nennen ihr nächsten Album "Noob"?


9/10

Dienstag, 22. November 2016

Fünf Alben aus dreißig Songs - Ausgabe 7



 
Garbage - Strange Little Birds (2016)


 

„Sometimes“ wünscht man sich Shirley wieder zurück mit solchen Sätzen: „I want a man who will let me pee in his belly button. I want a man to accept the beast in me.“ Aber wir haben nicht mehr 1995, so lässt Garbage zum größten Teil das „Pippi“ da wo es hin gehört. Solides Rockalbum, was wie immer zu wenig Beachtung findet, leider! 4/5 (Skip Wertung)



Destroyer - My Mystery (2016 ) (Single)




Beim Bandnamen assoziiere ich zuerst Spandexhosen und Hardrock, von einem Kerl, der kreischend seine Mähne schüttelt. Überrascht ist man, wenn man Dan Bejar als Kopf von Destroyer zum ersten Mal hört. Zwischen Indie und Folk, eher ruhig mit verkopften Texten. Gefällt nicht jedem, deshalb hier drin. 4/5 (Single Wertung)



Billy Brag & Joe Henry - Shine A Light - Field Recordings From The Great American Railroad (2016)




Man steigt aus dem Zug und nimmt jeweils einen neuen Song auf. Stimmungsvoller Singer/Songwriter Country kommt auf dem 2700 Meilen/65 Stunden Trip bei rum. Was durchaus auch auf Reisen mit dem Auto oder Flieger hörbar ist. Auf die Idee muss man erst mal kommen! Album der Woche. 5/5 (Kopfreisewertung)



Fortuna Ehrenfeld - Das Ende der Coolness Vol. 2 (2016)



Surrealer deutscher Elektropop/Rock mit viel Melancholie und Klavier. Nicht nur Ulf Kubanke hat da seit Ewigkeiten drauf gewartet. Anfang 2016 mir völlig entgangen, nun dank der Spotify Liste auf dem Schirm und kommt nicht mehr aus der Dauerrotation. Da kann der Herr K. einpacken, sorry Ulf. Dir im besonderen ans Herz gelegt, Freund! 5/5 (Dauerrotationswertung)


 
Titus Andronicus - S+@dium Rock : Five Nights at the Opera (2016)




Hingerotzter frecher Punkrock im Jahr 2016, das ich das nochmal erleben durfte! In Amiland, die scheinen aber auch leichter zu begeistern, relativ hoher Einstieg in die Billboard Charts (1-18), mit ihrem letztem Studioalbum. Das hier ein Livealbum und meine Füße wollen gar nicht mehr aufhören zu wippen. 4/5 (Fußwippwertung)


Gruß Stephan

Montag, 21. November 2016

Machs noch mal Muddi - Danke hab schon!



Die Kommentare überschlagen sich, angesichts der vierten Kanzleramtsbewerbung „des Mädchens“ aus dem Osten unseres noch sehr schönen Landes. Kühl und ohne sichtbare Regung gab Kanzlerin Angela Merkel gestern bekannt, dass sie nächstes Jahr für weitere vier Jahre kandidiert. Dass sie das Wort Alternativlos dabei vermied, ist wohl eher der Tatsache geschuldet, dass es innerhalb der CDU wohl keine geeigneten Alternativen mehr gibt, nicht ihrem Ego. Das zeigte sich schon bei der Suche nach dem neuem Präsidenten, den unser Land ja auch noch braucht. Mangels Alternative musste sie sogar dem SPD-Kandidaten zustimmen.

Bei Anne Will sagte sie gestern, dass sie doch nicht Teil des Problems sein möchte, sondern Teil der Lösung. Dass sie das sein möchte, glaube ich ihr erst mal. Nur löst das kein Problem. Aber was ist das Problem?

12 Jahre sind zu lang, sämtliche Alternativen (personell wie inhaltlich) für die Erneuerung der CDU sind in 12 Jahren zu Grabe getragen worden. Das Wiedererstarken der Rechten, nicht nur in der Ex-DDR. Abschieben des Problems in die Türkei (den despotischen Autokraten schieben wir ein paar Millionen in den Hintern) und nach Italien (wehe es filmt hier einer, wie die Flüchtlinge absaufen). Das ist doch so klar wie sonst was, das ihre Bemerkung „wir schaffen das“ ein reines Pfeifen im dunklem Walde war und ist. Das Problem, dass Millionen Menschen auf dieser Erde auf der Flucht sind, löst Frau Merkel nicht. Eine Decke des Vergessens breitet sie aus, das ist alles.

Dann sagte sie, sie hätte doch mit ihrer Regierung das Problem der Arbeitslosigkeit halbiert in Deutschland. Nichts hat sie! Schön rechnen tut sie. Der Sockel an Langzeitarbeitslosen ist hoch wie eh und je. Hartz 4 ist ein Sparprogramm an sozialer Teilhabe und betrifft immer mehr Menschen, selbst wenn sie noch gar nicht im arbeitsfähigem Alter (Kinder bis 16) sind. Immer länger ohne gescheite Rente zu bleiben, also irgendwelche Jobs machen obwohl man zu alt dafür ist, blöd gesagt Altersarmut, ungelöst!

Nein, Merkel muss weg bzw. nicht mehr gewählt die CDU und gut ist. Erstmal abwarten, hatten wir in Form von Kohl-Aussitzen schon mal 16 Jahre. Da brauchen wir 16 Jahre uninspirierte Merkel- Alternativlos nicht auch noch. Mit alten Männern (Kohl) hat „unser Mädchen“ es ja schon immer gehabt und sie demnächst auf dem Schoss von Trump sitzen zu sehen, mir graust es.

Gruß Stephan

Dienstag, 15. November 2016

Fünf Alben aus dreißig Songs - Ausgabe 6




 
Blumfeld - L'état et moi (1994)




Sperriger deutscher Indie (Punk) Rock. In der weltweiten Vor-Grunge Ära musste das wohl so. Eventuell auch der Grund, warum aus deutschen Land populär musikalisch nichts so richtig auf die Füße fallen wollte, seitdem? Großkopfwert halt, als wenn das ein Wert an sich wäre? Nun ja immerhin, in Würde gealtert. 4/5 (Skip Wertung)


Peter Gabriel – The Vail (2016 Single)





Politisch motivierte Songs haben bei Peter Tradition. Siehe Biko (Apartheid Politik/Südafrika). Diesmal Filmmusik, für das Biopic Snowden von Oliver Stone. Gerade in Hinsicht auf einen unkontrolliert neokonservativ agierenden Trump als Präsident, der dem Terror quasi einen „neuen Krieg“ erklärte, von Bedeutung. Peter hört sich wie immer gut an. 4/5 (Single Wertung)


SubRosa - For This We Fought The Battle Of Ages (2016)




Metal, wo insbesondere Gitarristin und Sängerin Rebecca Vernon mit Bandanhang (erstmals Bass), amerikanische Folkklänge, an Slutgwänden zerstört. Erscheint mir wie das kompletteste Werk bisher, wenn auch etwas eckiger als sonst. Da die Melodie zu finden ist, wenn man den will, das stärkste Album, bisher. 4/5 (Skip Wertung)


Morrissey - Vauxhall And I (1994)




The Smith, 5 Jahre ein Häufchen Elend, Morrissey (heule nicht rum, mach Mucke). Mit dem Album machte Morrissey es endlich wieder fast richtig. Bowie-Gitarrist (Ziggy Stardust) und hier Produzent, Mick Ronson (1993 verstorben) sei Dank. Morrissey lebt noch, also das vorliegende Album hören Pflicht. Etwas zu sehr gealtert?! 4/5 (Immer mal wieder Wertung)


Monomyth – Exo (2016)


Entdeckung des Monats für mich! Much Elektrogefrickel, damit eventuell auch was für Max. Seit 2011 unterwegs, Käseköppe die keinen Käse produzieren, sondern Space- Stonerrock. Ohne Singsang, passt auch so sehr gut. Auf die Ohrmuscheln das ganze , volle Dröhnung und weg Dreaming. Na, wer sich es erlauben kann! 5/5 (Durchhördream Wertung)


Gruß Stephan


Sonntag, 13. November 2016

De/Vision - 6 Feet Underground (2004) Review

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Rein elektronisch.
So simpel wie bestimmt lautet die Klangformel für De/Visions achtes Album. Fernab Ausflügen zu anderen Genreterritorien, einmal mehr unterstützt vom Produzententeam Schumann & Bach.
Der Fahrplan ist ausgebreitet. Wind streicht über die Dächer. Die Route wird berechnet.

Ruhe. Band ab.

6 Feet Underground

Die ersten Töne reißen sich durch die Stille und vor dem geistigen Auge manifestiert sich das karge Bild einer seelischen Enklave. "I'm Not Enough".
Spärlich beleuchtete Flure, in deren schattigen Ecken schemenhafte Trugbilder lauern. Relikte der Vergangenheit, umgeben von surrenden Synths und einer zum Ende hin versonnen schwingenden Gitarrenlinie, die gar versöhnlich anmutet.
Die unterkühlte Aura bleibt dennoch bestehen und legt sich wie ein bleierner Schleier über das melodisch starke "I'm Not Dreaming Of You"
"This is how we're ending". Rückblick auf Vergangenes, rosa Wolkenformationen. Schnitt.
Im Angesicht der nüchternen Wirklichkeit verpuffen die fragilen Umrisse einstiger Verführung im blanken Nichts, einzig das lieblich-markante Pianomotiv erinnert an sinnliche Stunden. Den Rest verschluckt der Gezeitennebel. Mehr und mehr.
Und doch bahnen sich die ersten sonnigen Strahlen durchs graue Himmelszelt und tauchen die surreale Szenerie in milden Lichtschein. Steffen Keths sanftes Organ durchstreift das, in warmen Schwingungen wiegende Grün und scheint im entspannten "Unputdownable" mit sich selbst im Reinen.
Szenenwechsel. Für "Turn Me On" entwirft die psychedelische Soundarchitektur ein nächtliches Großstadtszenario, durch dessen verlassen wirkende Gassen erotisch angehauchte Visionen zu pulsierenden Breakbeats gleiten. Spuren Wolfheim'scher Fährte finden sich vereinzelt am blinkenden Kopfsteinpflaster und tragen zur einnehmenden Atmosphäre bei.
Ein Novum hingegen stellt das nächste Stück dar. Erstmalig wurde ein Songtitel auch für den Albumnamen verwendet. Das weckt natürlich Erwartungen und "6 Feet Underground" kombiniert interstellare Melancholie mit technoiden Samples. Die textlich freudlose Grundstimmung wird in den Schlussmomenten durch abstrakte Tastenmelodik noch erweitert, ohne im Trübsal zu schwelgen.

In "Aimee" durchzieht ein leises Raunen den Schattenpalast. Die edle Ballade zelebriert bittersüße Elegie in einem Meer aus tiefbläulich funkelnden Eiskristallen.
Stark im Kontrast dagegen "Right On Time". Verzerrte Vocoderfunken wirbeln über den hochelektronischen Dancefloor, dessen präzis-minimalistische Ausprägung eine hypnotische Sogwirkung erzeugt. "Take Me Over" schließlich steigert nach ruhigem Beginn die bpm-Zahl rapide und gerät zu einem tosenden Klangrausch, der in der Folgezeit durch "You Are The One" wieder entschleunigt wird. Dieser Song baut sich bedächtig auf, zieht an geheimnisumwitterten Landstrichen vorbei, an mysteriöser Symbolik, die das Klangbild vielseitig ausschmückt. Währenddessen bestreitet der Protagonist seinen Weg unter dem hell leuchtenden Mondlicht. Die in der Mitte des Tracks wolkengleiche Soundästhetik findet ihren Höhepunkt, ähnlich wie im dunklen "Heroine" ("Two"), im losgelösten Flug gen Firmament, diesesmal nur ungleich optimistischer.

Erneuter Tempowechsel bei "Beside You". Giftig pumpende Synthies begleiten das treibende Stück, das zu einem bestimmten Zeitpunkt in einem elektrisch aufgeladenen Ozean zu versinken droht, nur umso kraftvoller aus den Untiefen zu steigen und sich hemmungslos der progressiven Wellenbewegung hinzugeben.
Das instrumentale "Klangmonaut" sorgt kurz vor dem Finale mit einem spacy Kurzurlaub für's Ohr für astralgewebte Beatteppiche, die sogar Drum'n'Bass Elemente erlauben.
Als vor Kraft strotzendes Epos entpuppt sich der Schlussakkord "Take Me To Heaven". Während der Strophen sorgt ein sphärisches Wispern für mysthisch-experimentelle Dichte, die Hookline vereint die gesamte Dynamik der lauteren Momente des Albums und entlädt sich in den finalen Augenblicken in ein flirrend-brummendes Auseinanderdriften der Soundfragmente bis hin zum Ausstöpseln der Elektronik.

Man hat hier ein vielschichtiges Werk vor sich, das die angepeilte Ausrichtung exakt trifft, sich bisweilen ein Päuschen gönnt und trotz der hohen Elektroaffinität zauberhafte Momente erschafft.

Momente, die unter die Haut gehen.

Subkutan.

8/10

Freitag, 11. November 2016

Nachruf: Leonard Cohen

Zu Beginn dieser Woche hatte ich erst Leonard Cohen in meiner wöchentlichen Spotify Liste. Mit seinem letztem Album zu Lebzeiten. Leonard Cohen, beschrieb ich da, hatte ich einmal das Glück live in Essen in der Grugahalle zu sehen. Damals mit gerade mal 18,5 Jahren war ich mir über die Bedeutung für die populäre Musik dieses Mannes nicht im klaren. Heute verehre ich ihn, mit dem was er nicht nur musikalisch uns hinterlassen hat.




Eine Episode hat mich heute nachdenklich gestimmt. Nicht weil es so traurig ist das ein großer Künstler (immerhin ist er 82 geworden) von uns gegangen ist, nein, weil diese kleine Geschichte sehr gut beschreibt, was dieser Mann für eine friedliche Seele war, bis zuletzt. Das beseelt diesen Planeten über den Tod hoffentlich hinaus, das ist auch eine Art Vermächtnis, was diese Episode uns allen mit auf den Weg gibt. Seiner Liebe Marianne (die im Sterben lag), schrieb er ein paar letzte Zeilen, im Juli. Marianne hat den Brief vor ihrem Tod noch gelesen.

„Marianne, wir sind nun beide in dem Alter angekommen, da unsere Körper langsam anfangen, zu vergehen – und ich denke, dass ich dir bald folgen werde. In dem Wissen, dass ich so nah bei dir bin, kannst du einfach deine Hand ausstrecken, und ich denke, du wirst meine erreichen. Du weißt, dass ich dich immer für deine Schönheit und deine Weisheit geliebt habe, aber ich muss gar keine Worte mehr darüber verlieren, denn du weißt das alles schon. Aber jetzt wünsche ich dir eine gute Reise. Good Bye, meine liebe Freundin. In unendlicher Liebe, ich sehe dich ganz bald.“ 
 



Rest In Peace, Leonard Cohen u. Marianne!

Donnerstag, 10. November 2016

Putzfrauendenke - Nach der Wahl ist vor der Wahl: Politikern ins Stammbuch geschrieben

Wahlanalysen, Wahlbetrachtungen, kluge Artikel in Hülle und Fülle an einem einzigen Tag – und einmal mehr die Dummheit der Wähler… wie kann man nur Trump wählen?
Wie kann man nur – denkt an die Landtagswahlen dieses Jahres und die Erfolge der AfD. Und die Politikersprüche dazu: klare Kante gegen rechts wollen sie zeigen, „Wir schaffen das!“ behaupten sie, während nebenbei Asylpakete geschnürt werden.
Debattiert wird über eine erneute Erhöhung des Renteneintrittsalters, über erneute Verschärfungen bei Hartz-IV-Sanktionen und hach, gab’s da nicht mal einen SPD-Politiker, der meinte, man könne davon gut leben? Der ist immer noch SPD-Mitglied, der Meinung , Deutschland schaffe sich ab und einer der ersten, die die Hetze gegen Muslime hierzulande salonfähig machten. Und just heute, an dem Tag, an dem Trump gewählt wurde, wirbt diese SPD mit folgendem Slogan um neue Mitglieder:


Da fass‘ ich mir doch an den Kopf…. Nein, ich werfe der SPD und ihren Mitgliedern nicht vor, rassistisch, sexistisch oder homophob zu sein – die sind das im Durchschnitt nicht mehr oder weniger als andere auch. Ich werfe ihr wie allen anderen im Bundestag vertretenen Parteien schlicht Unglaubwürdigkeit vor.
Sie zeigen, von der CSU mal abgesehen, die bemüht ist, die AfD rechts zu überholen, „klare Kante gegen rechts“ – aber warum nehme ich ihr tatsächliches Handeln als Rechtsrutsch wahr? Andere hingegen als Linksruck? Könnte man wohl erklären, analysieren, wer was warum so oder so wahrnimmt. Muß aber nicht.
Wenn ich mir so die Politik der vergangenen Jahrzehnte anschau‘, haben beide Wahrnehmungen dieselbe Ursache – über die nach jeder Wahl auch wieder debattiert und die als Politikverdrossenheit bezeichnet wird, die eine Politikerverdrossenheit ist. Und am nächsten Morgen schon wieder vergessen, weil man selbst Niederlagen als Erfolge feiert:
Die „Abgehängten“, die am Rand stehenden, die in unserer Gesellschaft keinen Fuß mehr in die Tür kriegen und heute schon mit Altersarmut rechnen müssen, fühlen sich schlicht belogen. Politik wird nicht mehr für sie gemacht, sondern nur für den eigenen Machterhalt und die dubiose Wirtschaft, die eh alles steuert. Wobei sie Steuern in irgendwelchen Oasen zahlt. Lobbykratie eben.
Eine Politik nicht für die Menschen, beginnend mit Kohl - so jedenfalls meine Wahrnehmung, und ich denke mir, im Osten wurde das ähnlich wahrgenommen; wo, bitte, blieben die versprochenen blühenden Landschaften? -  von Rot-Grün über Schwarz-Gelb fortgesetzt bis heute mit der Großen Koalition. Eine Politik, die spaltet, Menschen und ganze Gesellschaftsgruppen gezielt ausgrenzt, entwürdigt, erniedrigt.
Klare Kante gegen rechts…
Das reicht mir nicht mehr. Und reicht vor allem daher nicht, weil das allein noch kein Inhalt ist. Mir jedenfalls reicht es nicht, eine Partei zu wählen, weil sie tut, was selbstverständlich sein sollte, und währenddessen mal eben per Beschluss sichere Herkunftsländer bestimmt und Menschen wissentlich abschiebt in Elend und Not. ("... alleine schon die Zustimmung der "sicheren Herkunftsländer" zeigt das rechte Gesicht der Landes-Grünen", wird dem grünen OB einer schwäbischen Universitätsstadt auf Facebook gesagt. Die Antwort: "Das ist nun leider linker Unsinn. Seit dieser Zustimmung können wir uns darauf konzentrieren, Flüchtlingen aus Kriegsgebieten zu helfen statt Menschen vom Balkan. Da ist der Krieg vorbei." Faktisch ja durchaus richtig, ne? Weiter möcht‘ ich mich über den Euphemismus „Wirtschaftsflüchtlinge“ nicht auslassen.)
Und statt über Inhalte zu reden, sich Inhalte zu erarbeiten und sie zu vermitteln, denken sie über mögliche Koalitionen nach. Ihr wollt, daß wir in eure Parteien eintreten oder sie zumindest wählen? Dann sorgt dafür, daß wir euch vertrauen können, wir Leiharbeiter, Putzfrauen, Mindestlöhner, Hartz-IV-Empfänger, wir kleinen Selbständigen, die wir uns in Ein- Oder Zwei-Mann-Betriebe und Läden abrackern und gerade mal über Wasser halten. Das heißt nicht, daß ihr uns alles recht machen sollt. Das heißt einfach: nehmt uns ernst. Gebt uns die Würde, die wir laut Grundgesetz haben, zurück. Zeigt uns, daß ihr eueren gewiss nicht einfachen Job tatsächlich für uns macht, nicht für eure Parteipöstchen, Mandate und Diäten, daß ihr nicht die Marionetten der Wirtschaft seid, für die man euch hält. Daß euch was an unserer Demokratie und unserem Rechtsstaat liegt. Aber das wird wohl vorerst nichts, fürchte ich. Die Warnschüsse der Landtagswahlen waren nicht laut genug. Der aus den USA wohl auch nicht…
Und ja, wir, ob wir nun AfD wählen oder die Linke oder ganz was anderes oder überhaupt nicht mehr, wir "Abgehängten", wir Dummen - wir sind tatsächlich auch das Volk. So verschieden wir alle sind, in Ansichten, Aussehen, Herkunft undsoweiter. Ob wir nun offene Grenzen oder Mauern und Zäune wollen. 
Wir wollen einfach nur anständig leben können. Und anständig behandelt werden.

Mittwoch, 9. November 2016

Trump gewinnt

Michael Moore hat es vor Monaten prophezeit und ich hab dem zugestimmt, dass es so kommen kann, dass Trump gewinnt. Und was bedeutet das für uns?

Sehen wir es positiv, Deutschland und die (noch) Mehrheit an EU stellt sich gegen einen amerikanischem Populismus. Erweist sich als die stärkere Demokratie und kann den Versuchen widerstehen, Werte einer modernen Gesellschaft zurück zu drehen. Dann würden wir eventuell zu neuer Sozialpolitik (Arbeit neu erklären, Renten sichern, Geld anders einordnen, Gesundheitspolitik umbauen) kommen, wir würden konsequent gegen den Klimawandel vorgehen, Frauenrechte wie Abtreibung verteidigen, Fremden (Flüchtlingen und Einwanderern) neue Möglichkeiten bieten, um ein erfülltes Leben führen zu können. Gender - Diskussionen beenden, weil es so ist wie es ist. Außenpolitisch wirklich mit allen reden und Frieden abzukoppeln von Interessen (eigentlich seid ihr uns egal, wir wollen euer Öl z.b.). Dann wäre doch fast alles gut oder?

Nun in mir rührt sich aber auch der Realist, und der sagt, die angeblich größte Demokratie der Welt, die USA, haben sich mit dieser Wahl von der Demokratie verabschiedet. Trump wird alle Rechte, siehe oben, mit Füssen treten. Er hat einen Wahlkampf geführt und eine „kritische vierte Macht“ wie die Presse mit Füssen getreten. Er wird alles als Lüge deklarieren und mit vielen Menschen, die seit zig Jahren sich abgehängt fühlen, einen Hasssturm auslösen, der unsere sich als schwach erwiesene Demokratien hinwegfegen. Unrealistisch?

Quark, die Rüstungsindustrie wird in Amerika massiv anziehen, mit Schulden finanziert, Geld kostet ja aktuell nichts. Die amerikanische Armee bietet auch noch ein paar tausend Arbeitsplätze als Kanonenfutter so und so. Das reicht für 2-3 Millionen Arbeitsplätze für Fließbandarbeiter z.b. aus Michigan. Na und wenn die dann tatsächlich alle sterben in den vielen Kriegen auf diesem Planeten, dann sind sie weg. Kosten knapp 5000 Dollar einmalig der Brettersarg, das war es.

Ach kennen wir alles schon, ähnlich hat es ein Adolf ja auch damals gemacht. Falsch, Trump ist mehr als 70 Jahre weiter als Adolf, also gefährlicher. Und vergesst bitte nicht, er hat den roten Knopf in der Hand.

Da gibt es doch noch die Parlamente in den USA und ein oberstes Gericht, was neu zu besetzen ist? Ja richtig, die gibt es. Trump hat auf alles geschissen bisher und damit Erfolg gehabt, warum sollte er nun das nicht unter einem großem Haufen Scheiße beerdigen?

Sorry, ich bin eigentlich kein Schwarzmaler, im Falle Trump sehe ich jede Hoffnung fahren.

Gruß Stephan

P.S.: Das war kein billiger Hitlervergleich, Trump ist Trump. Genau deswegen bin ich so traurig und wütend zu gleich.

Dienstag, 8. November 2016

Fünf Alben aus dreißig Songs - Ausgabe 5



 
Leonard Cohen - You Want It Darker 2016




14. 03. 1985, Essen, Grugahalle - und Stephan mit Freundin (heute meine Frau) erlebte erstmals Leonard Cohen. Cohen mit seinen Texten und seiner eher ruhigen Musik war die ideale Beschallung für unsere Anfänge als Liebespaar. Mehr ins Detail gehe ich nun nicht! 31 Jahre später, die Stimme noch Darker, veröffentlicht der Meister sein 14. Studioalbum. 5/5 (Cohen kann man nicht skipen)

Sleaford Mods - TCR EP / 2016




Hiphop und Punk gehen ein wütendes Bündnis ein. Textlich orientiert man sich am Hass eines John Cooper Clark. Schwere Kost, kein Zwischengang, eigenartig. Mag es, auch als Gegenentwurf zu üblichen Hiphop o. Punk Entwürfen. 4/5 (Skip Wertung)

Wanda - Bussi 2015




Österreich Pop, seit Falco nicht mehr so gut. Ein Schelm, der böses bei denen denkt. Gute Laune Pop mit gescheiten Texten. Stimmung wo immer sie auftreten, unbedingt live antun. Trotzdem Österreicher keinen Fußball spielen können, ab und zu treffen sie wenigstens den guten Ton. War schon immer so. Wird immer so bleiben. Ätsch! 4/5 (Skip Wertung)

Lard - The Last Temptation Of Reid 1990




Hardcore-Punk/Industrial Metal (was auch immer das ist?), Gründungsmitglieder von Ministry, Jello Biafra ist besser bekannt als der Leadsänger von den Dead Kennedys. Macht alles irgendwo anders Sinn und damit Spaß. 4/5 (Skip Wertung)

John Cale - Music For A New Society/M:Fans 2016




Diese Woche fängt meine Liste sehr gut an mit Cohen. Nun der nächste Meister, John Cale mit seinem neu arrangierten Überalbum „Music For A New Society“, mit diversen Zusatztracks. Entkernt und Extravagantes für Hörer, auf der Suche nach dem Besonderen. All Can You Eat, Fanboy! 5/5 (wehe das skipt einer)

Gruß Stephan

Dienstag, 1. November 2016

De/Vision - Devolution (2003) Review

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Finstere Wolkentürme thronen über tiefdunklen Gewässern. Eine gespenstische Stille, ab und an von sanftem Grollen durchsetzt. "Two" hinterließ Spuren.
Doch in der Ferne formieren sich schimmernde Lichter, die sich zu grell blinkenden Lettern zusammensetzen.

Devolution.

Neubeginn im Schattenreich.

Mit der erstmaligen Mitwirkung von Arrangeur Josef Bach wurde der Grundstein für die künftige Ausrichtung des Soundbilds gelegt und eine jahrelange, durchaus fruchtbare Zusammenarbeit war die Folge. Nach dem für die Band sowohl produktionstechnisch wie persönlich schwierigem "Two" sollte der Nachfolger auf deutlich gelösteren Schwingen gleiten, ohne an Melodik und Emotion einzubüßen.

Der Einstieg gelingt mit "Sadness" auch vielschichtig. Die Soundfragmente schleichen durch bedrohlich pumpende Katakomben, in einem Augenblick wolkengleicher Schwerelosigkeit fallen zarte Lichtstrahlen durch das kalte Mauerwerk, erhellen das Szenario und treiben die Taktfrequenz energisch an. Aufgestaute Trauer ist fühlbar, doch im pulsierenden Synthstrudel lösen sich die letzten Fesseln zweifelnder Erinnerung und der Blick geht nach vorn. Schweift umher.
Vorbei an Fiktionen larmoyanter Schönheit ("When The World Dissapears"), die mit arrythmischen Drumsets eine porenreine Synthetiklandschaft kreieren, in welcher der Synthesizer leise kreiselt.

Zu gedämpft wiegendem Gitarreneinsatz erzeugt "Miss You More" in der Hookline eine Atmosphäre gleißend-technisierter Hitzewellen. Man fühlt sich in eine endlose Steppe versetzt, staubtrocken unter der brütenden Mittagssonne auf dem Pfad der Sehnsucht.
An anderer Stelle flammen sinnliche Leuchtfeuer auf. "Far Too Deep" brilliert mit  nocturnaleingefärbter Klangarchitektur und vollmundig schepperndem Schlagzeug inmitten lasziv aufgeladener Stimmungswogen.

Die Synths wirbeln durch die Tonpassagen und entladen sich im funkelnden "Drifting Sideways", einem poppig flirrenden Electrofeuerwerk, dessen gleißender Sprühregen sich auf der schummrigen Tanzfläche verteilt, um danach von der kraftvollen Ballade "A New Dawn" aufgefegt zu werden, die ganz auf ihr sinnierend verspieltes Pianothema vertraut. Über besagter Fläche schwebt schemenhaft "Digital Dream", dynamisch aufstampfend in im diffusen Dämmerglanz tänzelnden Nebelschwaden. Das sich anschließende "You Say" kombiniert puristische Eleganz mit euphonischer Hingabe, pendelt durch den gläsernen Klangraum und leitet nahtlos in "Mary Jane" über, das auf sphärischen Astralbahnen ins elektronische Sternengewölbe dahingleitet.

Mit raffinierten, dezent eingesetzten Klavierakzentuierungen und markant gesetzten Vocals von Steffen Keth vollführt "The Day's Not Done" als finaler Wegpunkt der "Devolution" den Spagat zwischen Melancholie und Aufbruchstimmung.

Gingen auf "Two" noch die emotionalen Strukturen weit über die Songs hinaus und verströmten in ihrer bleiernen Tristesse eine tiefpersönliche Hörerfahrung, geht "Devolution" einen neuen Weg und entpuppt sich als enthemmter und positiver in der Weiterentwicklung. Die Dunkelheit lichtet sich und der Kompass zeigt gen "6 Feet Underground".

8/10


Fünf Alben aus dreißig Songs - Ausgabe 4

Mix der Woche Spotify (Stephan - 31. 10. 2016)



Einstürzende Neubauten - Perpetuum Mobile (2004)

 



Gerade die Verfilmung von Siegfried Lenz – Schweigeminute gesehen, da kommt mir so was an Tönen, von Blixa Bargeld brüchiger Stimme vorgetragen, gerade recht. Gut in Schweigeminute geht es um ein Paar, hier nur um Blixa. Macht keinen Unterschied, wie mir scheint. 5/5 (Skip Wertung)


Steven Wilson - Happiness III (Single 2016)





Der Soundmagier der Posthum Bowie Generation, veröffentlicht auf der Single als B-Seite Space Oditty (Live) . Damit ist alles gesagt, nein es klingt richtig frisch und macht deutlich wie weit Bowie damals (1969) schon war, Songstruktur, Soundtechnisch. 4/5 (beides angehört)


The Hearing - Adrian (2016)





Ich hasse Ibiza, Sonne, Mond u. Sterne und immer der gleiche Beat, aus den gleichen blöden Synthies. Halt, das eine Finnin, Finnen machen entweder Stonerrock in Lapland, aber nie Elektronik ohne Sonne. Kühl, Präzise, Goldkehlchen, Ringa Manner (das ihr wirklicher Name)! Hören und tschüss. 4/5 (Skip Wertung)


Dinosaur Jr. - Give A Glimps Of What Yer Not (2016)





J Mascis war schon bei Gründung 1985 ein Dino (schaut euch den Typen einfach an) und mit dem aktuellem Album hat er mal wieder den Nerv getroffen. Noise Rock, zwischen Gniddelgittare, viel Melodie und Skateboard. 4/5 (Skip Wertung)


The The – Mind Bomb (1989)





Noch ein Unikat, Mastermind ist hier Matt Johnson. Mind Bomb ist wohl das bekannteste aller Album, dieses umtriebigen Geistes. Hier ist Sinéad O’Connor zu nennen, die den Gesang in Kingdom of Rain übernimmt. 4/5 (Skip Wertung)

Gruß Stephan