Montag, 19. Juni 2017

Fünf Alben aus dreißig Songs - Ausgabe 34

Heute die Liste war recht einfach, es floß zwar wieder der Schweiß in Strömen hier unter dem Dach, dafür floss es auch schrieftlich aus meiner Feder. Ein Gruß an Ulf und Elli, die zwischen durch mich ein wenig erheitert haben.

Mix der Woche Spotify (19. 06. 2017)

Nach dem Klicken sollte der Webplayer auf gehen, dort sich einfach bei Spotify anmelden mit eurem Account und ihr könnte die komplette Liste sehen und euch anhören.

 

Bauhaus – The Sky´s Gone Out (1982)




Man bin ich froh, das endlich die Pioniere wo Wave und Gothic, getrennte Wege gehen (aber Freunde fürs Leben bleiben), hier in der Liste auch ihren Platz haben. Mir ist klar das Ulf Kubanke vor mehr als 6 Jahren quasi die Referenzkritik zu Bauhaus geschrieben hat, aber darum soll es nicht gehen. Hier geht es wohl um das Werk, was diese Schaffensphase abschloss und richtig rund machte und kommerziell das erfolgreichste Album, was Pioniere oft eben halt nicht haben. Hört sich übrigens immer noch sehr frisch an, als wenn es gestern war. Respekt, wer es selber macht - Wertung 5/5



Midnight Oil – Earth And Sun And Moon (1993)




Australische Truppe, die mit dem Album, ihre erfolgreichste Schaffens - Phase abschlossen. Mit Beds Of Burning gab es 87 wohl den erfolgreichsten Welthit, den je eine australische Gruppe hatte. Das dazugehörige Album hieß Diesel And Dust und stand in jeder Plattensammlung. Das hier klingt wieder fülliger als der Vorgänger, was eventuell am Produzenten (Nick Launay) von Nick Cave liegt. Last doch auch mal euer Bett brennen - Wertung 4/5


True Widow – Circumambulation (2013)




Die kennt doch keine Socke? Klar, ich ja auch nicht. Fand das trotzdem gerade passend, weil eine wunderbare Mischung aus Stonerwüste und Gothichorror. Natürlich muss man dafür in Stimmung sein, je nach Wüste bzw. Horror, der sich im Kopf breit macht. Genug schräge Töne sind vorhanden und das Cover hat was! Weiß nur nicht was? Ach ja Das Bildnis..... Wüstenhorrorentdeckung der Woche 4/5


The Jim Carrol Band – Catholic Boy (1980)




Jim Carrol ist tot! Und, werden nun einige sagen. Ich sage, die Guten sterben zu früh. Jim Carrol als Name, war mir irgendwo sofort bekannt, ich wusste nur nicht woher. Jim Carrol (1949-2009) war ein bekannter Punk Poet, aus Amiland. Einem breiten Publikum wurde er durch die Verfilmung des autobiografischen Romans The Basketball Diaries / Jim Caroll – In den Straßen von New York mit Leonardo DiCaprio als Jim in der Hauptrolle. Die Guten leben weiter, in unseren Herzen - Wertung 5/5


Maniac Street Preachers – The Holy Bible (1994)


 

M.S.P. waren 94 auf dem Gipfel, das sie als Albumtitel The Holy Bibel wählen konnten, ohne dabei albern zu wirken. 95 verschwand ihr Gitarrist und Texter Richey Edwards unter bis heute ungeklärten Umständen. Viele wären als Band daran gescheitert, nicht so die Prechers. Die machen bis heute weiter und suchen immer noch neuem im englischen Gitarrenpop. Gehören schon lange zu meinen Favoriten. Konstante im englischen Rock Business – Wertung 4/5

Gruß Stephan

Freitag, 16. Juni 2017

Fließt wirklich, durch die Adern von Royal Blood, königliches Blut?

Royal Blood - How Did We Get So Dark - Review (2017)

 
Wenn der Titeltrack gleich eine Frage an sich selbst sein soll, dann beantwortet das zweite Album, das nicht bzw. sehr unzureichend. Allein die Spielzeit von 34 min lässt nicht viel Raum zur Spekulation. Nun hatte ich letztens irgendwo noch geschrieben, Quantität sagt nichts über Qualität. Das ist natürlich richtig und weiterhin gültig.

Nach dem Debüt, ist die Erwartungshaltung der Fans, nach einer drei jährigen Präsenz auf sämtlichen Festivals, die man sich denken kann, ins unermessliche gesteigert worden. Der Nachfolger muss also ein wirkliches Brett werden, also hören wir mal rein.

Der Titeltrack, der mit der Frage an sich selbst, hat spürbar an Härte verloren. Nun mag das nach 3 Jahren Touren auch an Erschöpfung liegen, ich vermute aber eher das Royal Blood schon damit der Saft ausgeht.


Mit Lights Out beantworten sie den Titeltrack dann wohl? Reminiszenz für Lights Out ist Figure It Out vom Debüt, einer der Hits. Nur kam das noch mit Schwung und dem nötigem Druck daher, wohin gehend Lights Out zur Popnummer verkommt, auch und gerade beim Riff. Lights Out wirkt so, als wenn einer beim Amp die Regler von 10 auf 4 runter geregelt hat. Hoffentlich geht dem Rest nicht auch das Licht aus. 


In der Zwischenzeit, haben sich die beiden auch dem weiblichem Geschlecht, gewidmet. Mit I Only Lie When I Love You und She´s Creeping driften sie dann klar in Kreisch Gefilde ab. Ihr seit so süß da oben auf der Bühne, Boyband lässt grüßen. Mich beschleicht der Verdacht, mit Royal Blood einer Eintagsfliege aufgesessen zu sein.

Mit Look Like You Now und Where Are You Now? wird es nicht wesentlich besser, bis dann mit Don´t Tell das stärkste Stück, endlich dran ist. Hier funktioniert wieder der Mix aus Härte der Bassgitarre und der Boybandstimme von Mike Kerr.

Nach den Niveau haltenden Stücken Hook, Line & Sinker u. Hole In Your Heart folgt dann noch Sleep und ich bin geneigt sie endlich ins Bett zu schicken. Die kreischenden Mädels haben es sich wirklich verdient.

Ausgehend vom Anfang des Reviews, nein adlig ist gar nichts an Royal Blood. Es tut mir ein wenig leid, das Royal Blood wohl sehr viel Energie in den letzten Jahren verloren hat. Ob durch kreischende Mädels oder was anderes, vermag ich nicht zu sagen. So sind sie ein typischer Vertreter der Bands, die nach einem starkem Debüt einen schwachen Nachfolger produzieren. 2/5

Gruß Stephan

Donnerstag, 15. Juni 2017

E3 und neuer Kraftstoff für unsere Maschinen?




Nun als interessierter Videogamer, wird jeder sofort wissen was ihn mit der Überschrift für diesen Artikel, hier nun erwartet. Das bezieht nun alle Spieler an Konsolen mit ein, egal ob Xbox, PS 4 und Switch. Alle Spiele auch nicht (musste Heizung warten, ihr werdet den Witz gleich verstehen, versprochen), alle die ich für wichtig erachte und die der Spielekultur für alle Altersklassen, was bringen.

Microsoft

Starten wir mit der XBox X, ehemals Scorpio. Seit gut einem Jahr werden wir mit Infos gefüttert, mit dem Ding sollte man quasi durch sein Wohnzimmer fliegen können. Das alles in UHD und in Echtzeit mit min. 60 Frames. Das mag die Konsole auch tatsächlich können. Nur wer hat sich bei der Marketingabteilung bei Microsoft, das einfache X einfallen lassen? Immerhin der 24. Buchstabe im Alphabet, wollte der Erfinder wohl auf das Weihnachtgeschäft hinweisen, was? Nicht dass das tatsächlich so böse ist, aber etwas mehr Phantasie bei der Namensfindung hätte ich mir schon gewünscht, ich verzichte auch auf den Flug durch mein Wohnzimmer, schwöre.

Der eigentliche Bock den Mirosoft abschießt, mit der X, sind die Vorgaben an die Entwickler von den neuen Spielen. Anstatt ein Entwicklerkit denen zur Verfügung zu stellen, was die Konsole in ihrer Leistung darstellt, müssen sie mit dem Entwicklerkit für die One auskommen. Zwingend für eine veraltete Hardware programmieren und das ganze nach oben skalieren, lässt das zu. Da wundert es mich nicht, das trotz anketten der Entwickler an die Heizung, viele Entwickler zu Sony wechseln um dort ihrer Phantasie Raum zu geben. Übrigens die Heizung haben sie auch mit genommen, Microsoft. Danke für diese Konsolenmumie, der wir beim einbalsamieren zuschauen dürfen.

Zum Exklusiv Lineup komm ich nun. Forza 7, wow, ein Spiel! Ich weiß Microsoft spricht von 42 Spielen, aber schaut euch die mal an! Installiert, gespielt, kurz gelacht, deinstalliert – Grütze, das meinen die ernst. Und ohne Heizung auch noch kalt, um die Feiertage. Microsoft ich gratuliere. 




Bevor ich es vergesse, von einer eigenen VR Brille oder so was in Richtung Holodeck, war weit und breit nirgends etwas zu sehen auf der E3 und schon gar nicht bei Microsoft. USA nach Trump, ein ehemaliger größter Soft und Hardware Hersteller schließt seine Pforten 2025! Ach und die neuste Sony Werbung auch noch: Kaufen und erleben sie den Untergang eines der größten Konzerne auf der neuen AR-PS 2. Fliegen im Wohnzimmer, mit Heizung, inklusive.

Realistisch, VR ist beerdigt worden auf der E3, vorerst! Ich weiß jetzt keinen Spieletitel, der da noch Käufer, hinter welchen Ofen auch immer, hervor locken soll. Bei der PC Geschichte weiß ich wenigstens das Oculus bzw. Vive an Nachfolgern arbeiten. Ob die sich irgendwie breit durch setzen können, hängt nicht zuletzt vom Spielelineup ab. Wenigstens eine Konstante, im Videogamedschungel.

Sony

Machen wir weiter bei Sony und der PS 4, egal jetzt in welcher Hardware Revision. Titel wie Horizon haben es schon angedeutet und umgesetzt. Egal auf welcher PS 4, der Titel läuft flüssig und das Spiel bleibt auf einem gutem Grafikniveau, mit Staunfaktor. Dem entsprechendes darf man also auch bei zukünftigen Titeln erwarten.

Die wären: Fifa 18, exklusiv nun bei Sony gelandet und wird mit einer eigenen Version bedacht. Zu sehen hab ich davon noch nichts, aber allein das Fifa mit zu den am meisten verkauften Spielen auf allen Systemen gehört, sagt das schon relativ viel. EA verbockt das bitte nicht!

Marvel´s Spider-Man, nun gut bei den meisten Filmvorlagen die verwurstet werden, gehe ich mit einem gewissen Vorbehalt an das Spiel heran. Oft ist die Lizenz schon sehr teuer und das eigentliche Spiel ist für die Tonne. Hier gibt es zwar auch einen Reboot (13.07.2017 im Kino) des Franchise, nur was in den fast 9:00 min zu sehen ist, ist sicher spielerisch nicht ohne. Trotzdem Test abwarten, dann kaufen.




Detroit: Become Human, wie es mir scheint, ist das zu sehende Filmmaterial direkt aus dem Spiel und setzt schon jetzt Zeichen in Richtung, tolles neues Artdesign. Auch darauf, freue ich mich schon wie Bolle. 




Days Gone, hab nur einen Film zu sehen bekommen direkt aus dem Spiel und das wusste zu gefallen, Mal die ersten Test, wenn es den erscheint, abwarten. Anscheinen entsteht da ein neuer Titel, der für etliche Fortsetzungen gut ist. Allein die Sprengfalle ist sehenswert. Denen wurde warm! 




Shadows Of The Colossus, was neu entwickelt wird aus dem altem Gerüst der PS 2 Version, aber halt wie schon im Video zu sehen ist, im Top modernen Gewand (Texturen, Assets) daher kommt. Ich freue mich darauf sehr.





Natürlich setzt Sony auch sonstige schon etablierte Marken fort und am beeindruckendes technisch, von der Vorstellung auf der PS4, fand ich God Of War. Die Geschichte die erzählt wird in God Of War, ist schon seit Teil 1, über jeden Zweifel erhaben.  Steuerrungstechnisch scheint es auch neue Wege zu gehen, wie das letztlich das alte God Of War Feeling beibehält, eventuell verbessert oder verwässert kann ich nicht sagen.  Da mit brennt Sony ein gutes Feuerwerk auf der diesjährigen E3 ab. Kalt sollte es auf der PS4 nicht werden.




Nintendo

Nun zur Nintendo Switch. Nintendo hat mit der Switch und ihren rasanten Verkäufen der Konsole im ersten halben Jahr alle überrascht. Das mag hauptsächlich auch dem hervorragenden Zelda geschuldet sein, ich glaube aber das auch das Konzept auf geht und die Leute so was innovatives immer gern unterstützen. Das Konzept, Konsole an den Fernsehen und Papa spielt eine Runde Zelda und wir fahren nun nach Oma und hier Kiddys habt ihr Mario Kart 8, um euch die Zeit zu vertreiben, hört sich doch gut an. Nintendo überrascht aber auch diesmal auf der E3.

Die Ankündigung eines neuen Metroid Prime war völlig überraschend und natürlich kann das gar nicht schlecht werden. Bis dahin kann man auch eine Switch wieder kaufen, aktuell halt ausverkauft oder Mondpreise.



Ein Pokemon für die Switch war die kleinere Überraschung, hätte mich schon sehr gewundert, ein auch Handheld ohne Pokemon von Nintendo, ist einfach nicht denkbar. Wie das dann auf dem großem Fernsehen aussieht, muss man abwarten, weil Bilder oder Videos zu dem Spiel gab es nicht zu sehen. Abschließend kann man Super Mario Odyssye und weiteres aus dem Lineup, in diesem Video noch betrachten und sich sein Bild machen.




Ich finde die Japaner schon sehr strange, wenn die ihre Spiele vorstellen, die Ernsthaftigkeit und Selbstironie wenn sie eine lustige Mariomütze beim reden aufhaben. Da wird mir richtig warm ums Herz. Das meinte ich ernst, Wink mit einem Zaunpfahl in Richtung Microsoft, wie es richtig geht.

Mein Fazit der E3 2017. Zum ersten Mal seit Jahren, das ich mit einem warmen Gefühl, das uns da tolle Spiele erwarten, nun diesen Artikel zu machen kann. Eine wirkliche Enttäuschung und zwei ansonsten tadellose Präsentationen, die dafür wirklich überraschen, Zockerherz was willst du mehr!

Gruß Stephan

Dienstag, 13. Juni 2017

Fünf Alben aus dreißig Songs - Ausgabe 33

Heute keine sonderliche Einleitung, hatte zu tun, kann ich berichten. Muss niemand verstehen, musste vernichten, vernichtet also auch die folgenden Alben. Viel Spaß!

 

Mix der Woche Spotify (12. 06. 2017)

Nach dem Klicken sollte der Webplayer auf gehen, dort sich einfach bei Spotify anmelden mit eurem Account und ihr könnte die komplette Liste sehen und euch anhören.

 

Golden Earring – Moontan (1973)




1984 im gutem altem „Old Daddy“ (R.I.P.) hörte ich erstmals was von Golden Earring. Die Live Version von Radar Love, vom 77er Livealbum. Radar Love war für Golden Earring der Durchbruch, nicht nur an der Heimatfront. Die Truppe komm zwar nur aus dem vergleichsweise kleinen Holland, Golden Earring sind aber mitverantwortlich, das Holland mit der Rock/Pop Industrie immer noch erste Liga ist. Ach ja Philips als Publisher gab es damals auch noch. Die waren das was Sony heute ist. 3/5 Skip und leg die 77er Scheibe auf, Wertung


Cracker – The Golden Age (1996)


 

Manchmal möchte ich es auch so gekonnt raus growlen wie David Lowery die Zeilen zu „I Hate My Generation“, ich befürchte nur ich kann das nicht. Jedenfalls hab ich etwas mit zu growlen versucht und muss ihm einfach Recht geben. Der dritte Song „Big Dipper“ hat mich dann über den ganzen Tag gebracht. Wirklich lange nicht mehr so einen Ohrwurm gehört, der dazu textlich voll auf die Zwölf passt. Zu Cracker gibt es noch zu sagen, das sie bis heute existieren und 96 ihr erstes komplettes Lineup zusammen hatten. Das gibt es im Video oben zu sehen. 5/5 Wiederentdecken Wertung


A Perfect Circel – Mer De Nons – Live (2013)




Warum so spät erst live? Na gut 13 Jahre nach Veröffentlichung des Studiowerk , da kann man die 13 auch auch als böses Omen sehen. Aber nichts da, der Weinbauer Maynard ist wie ein alter Wein, bestens gealtert auch mit seiner Zweitband, neben Tool. Trotzdem wenn man in bester Tooltradition, man viel Tool wieder hört, wann kommt endlich das neue Tool Werk aus der Tonträgerpresse? 3/5 Wartezeitstrafpunkt Wertung


Anatheme * 2 – A Natural Disaster (2003)/Judgement (1999)




Ups, was soll das, kann der Autor nicht nur ein Album von Anatheme vorstellen? Warum, die zwei waren im Angebot, viel falsch machen kann man da nicht. Im Breitwand progressiven Gitarrenrock, mit düsterer Trauer Garantie gibt es fast nichts besseres. Je nach Stimmung, also ob Oma oder Freundin gestorben ist, macht ja schließlich einen Unterschied. 4/5 Gesamt Skip Wertung


Danzig – Danzig II: Luzifuge (1990)


 

Allein das Mother auf Danzig I zu finden ist, macht Danzig II zum besseren Album. Stephan du bist doch irre, werden jetzt einige sagen. Ja wahrscheinlich, trotzdem ich finde das Danzig II einfach besser gealtert ist, weil ausgerechnet Mother bei mir tot genudelt ist. To Much Airtime. 5/5 Free Airtime Wertung


Gruß Stephan

 

Sonntag, 11. Juni 2017

Casio, Oasis und sonstige Allüren

In irgendeinem Kommentar sagte letztens Toni Hennig (ewiger Praktikant und Autor bei Laut.de) sinngemäß: „Die verdammten Casiosounds, mir wird übel!“

Nicht das ich Casiosounds besonders mag, aber virtuos eingesetzt hatten die schon was. Mein erster Kontakt zu Casio, war ein Taschenrechner ungefähr Mitte der 70iger. Casio war quasi die Mutter aller Taschenrechner, zu der Zeit. 


Anfang der 80iger hatte ich mit den ersten drei Alben eine Band auf dem Schirm, von denen ich annehme das sie ihre Sounds auf Synties eventuell auch der Marke Casio gemacht/erstellt haben. Hört sie euch unbedingt mal an. Der Name der Band ist Orchestral Manoeuvres in the Dark, kurz OMD.

Orchestral Manoeuvers in the Dark (1980)




Thatcherismus noch in seinen Anfängen, da tropfte der kühle Syntiesound erstmals ins Hirn und öffnete die Tür zum Gitarren bestimmten Sound des Wave der 70iger, später New Wave auch genannt. New Wave war wohl das wichtigste Musikgenre der frühen 80iger, wenn man das überhaupt ein ordnen kann. Ein paar Namen um die Bedeutung dieses Album zu unterstreichen, The Cure, Anne Clark, Ultravox und nicht zuletzt Depeche Mode finden alle ihre Wurzeln in dem Album.

Organisation (1980)




Wie man so schnell veröffentlichen konnte, ist mir heute noch ein Rätsel. Trotzdem bescherte uns Organisation den ersten kleinen Hit von OMD, Enola Gay. Der Sound gesamt der Platte war zwar immer noch stark unterkühlt (Anleihen bei Kraftwerk sieheVCL XI), aber gerade Enola Gay wies wieder mehr emotionale Melodie auf. Liveaufnahmen aus der Zeit beweisen, das OMD höllisch Fahrt aufnahmen.




Architecture and Morality (1981)




Das Werk um das sich alles dreht bei OMD. Mit dem Überhit Joan Of Arc (Maid Of Orleans) lieferte man einen emotionalen Gegenentwurf zu der Zeit damals. Das treibende Schlagzeug, der Titel (Buch von David Watkin) und der Syntie Refrain klingen heute noch wie aus einem Guss. In allen Pop relevanten Ländern weltweit, wurde die Single rauf und runter gespielt. Das war aber nicht der Grund warum ich damals das Album erwarb. Das Verwenden eines Mellotrons und zwar ausgiebig, also ein analoges dreispuriges Tonband, quasi der Vorläufer des Samplers, machte das Album einmalig. Das Mellotron fand eigentlich Verwendung bei so Bands wie Pink Floyd Anfang der 70iger, die Verbindung in die Synthiepopära ist die eigentliche Leistung von dem Album. Anspieltipps: The New Stone Age, Sealand, Georgia

Gruß Stephan

Dienstag, 6. Juni 2017

Fünf Alben aus dreißig Songs - Ausgabe 32

Gestern konnte ich nicht liefern, hier unterm Dach war es zu warm. Zum Glück sanken heute die Temperaturen auf ein erträgliches Level. Dafür ist das Level der heutigen Auswahl sehr hoch. Vier Alben die Musikgeschichte schrieben. Wobei das bei einem Album, dem Bandnamen geschuldet ist. Habt also beim Hören euren Spaß!

 

Mix der Woche Spotify (05. 06. 2017)

Nach dem Klicken sollte der Webplayer auf gehen, dort sich einfach bei Spotify anmelden mit eurem Account und ihr könnte die komplette Liste sehen und euch anhören.

Monkey3 – The 5th Sun (2013)




Schweizer „Stoner“ Taschenmesser, seit 2001 dabei und größten Teils Instrumental unterwegs. Durch Covern von Deep Purple, Pink Floyd u. Led Zeppelin beeinflusst bei ihrem eigenem Sound. Hier ihr viertes Album, was für mich persönlich das beste ist. Einfach mal die Hardrockseele baumeln lassen. Ein paar Stimmensampel sind auch zu hören. 5/5 Bergbonus Wertung


Pixies – Head Carrier (2016)




Indierock, der lange schon hoch gehalten wird von Kritikern. So ganz verstanden hab ich das nie, bei mir passiert innerlich relativ wenig wenn ich Pixies höre. Läuft halt mit und bei Head Carrier so und so. Brauch man nicht, allenfalls rein schieben in den CD Player und sagen können, ich hab auch eine Pixies CD. Süß! 2/5 Schnell weg damit Wertung


Crosby, Stills, Nash and Young – Deja Vu (1970)




Das Album war das erste Nr. 1 Album der Supergroup. CSNY trennten sich wegen diverser kleiner Streitereien, immer mal wieder, blieben mal mit Young, mal ohne trotzdem bei allen Rock/Pop- interessierten auf dem Schirm. Das lag hauptsächlich daran, das sich da vier Meister des Songwriting zusammen fanden und einem breiten politischen Engagement, was bis zuletzt nicht aufgesetzt wirkte. 5/5 Pop/Rock Einfluss Wertung


AC/DC – Powerage (1978)




Vorletztes Album mit Bon Scott. Aus meiner Sicht, der erst mit Back In Black mit AC/DC Bekanntschaft schloss, das Bon Scott Album schlechthin. Gut die Hälfte der Songs spielen AC/DC heute noch Live, auch zuletzt mit Axl Rose. 5/5 Bon Scott Tribut Wertung


Black Sabbath – Vol.4 (Remastered Edition) (1972)




Der dritte Titel Changes, ist 2003 von Ozzy Osbourne mit seiner Tochter Kelly neu eingespielt worden und 2005 auf seinem Solo Coveralbum Under Cover nochmal zu Ehren gekommen. Hier bei der Orginalversion, halte ich stimmlich Ozzy am Limit. Besser hat er nie geklungen. Das zog sich übrigens durchs komplette Album. 5/5 Ozzy sei Dank Wertung

Gruß Stephan

 

 

Freitag, 2. Juni 2017

Alt-J - Relaxer (Review) (2017)

Alt-J gehört mit ihrem dritten Album mit Sicherheit zu den Bands, die einen völlig neuen Sound geschaffen haben im neuen Jahrtausend. Ich war sehr gespannt, ob das Niveau von ihrem Debüt An Awesume Wave (2012) und dem immer noch fantastischen This Is All Yours (2014) erreicht wird. Das ist wahrlich kein leichtes Unterfangen, eine Einzelbetrachtung der 8 Songs gibt uns darüber nun Aufschluss.

Nur 8 Songs? Als wenn die reine Quantität an Material irgend etwas mit der Qualität zu tun hat. Das kann kein Argument sein, ich kenne Alben da waren weniger Songs drauf und es war Weltklasse. Dire Straits - Telegraph Road (fünf Songs) z.b., um ähnliche Soundmagier zu nennen. Der unmittelbare Vorgänger war ein Konzeptalbum, das nun vorliegende nicht. Das ist schon mal ein grundsätzlicher Unterschied, den man nicht diskutieren muss. Das ist einfach so.

Kommen wir nun zu den Titeln im einzelnen. 3WW hat schon als Vorab Auskopplung überrascht, die Alt-J Sound Trademarks neu abgemischt und kräftiger umgesetzt als zuvor. Dafür muss man natürlich das auch mögen. Als Opener eines Albums wo sich Song an Song reiht, schon mal nicht schlecht. 4/5


In Could Blood, ok nur eine Sommernummer, aber was neues probiert halt als Alt – J. Längst nicht so verträumt und spielerische Atmosphäre, wie der sonstige Sound Kosmos. Tanzbar, muss man sich dran gewöhnen. 3/5

House Of The Rising Sun, wer hätte gedacht das sich der alte Folk Schinken so schwerelos anhören kann? Joe Newman und Backround laufen zu Höchstform auf. Wunderbar eingesungen. 4/5

Garagebritpop und Alt-J? Hit Me Like That Snare, beweist das sie das auch können. Joe rotzt es einfach in sein Mikro und man könnte denken es sind die Arctic Monkeys. Why not? 4/5

Deadcrush, noch eine Sommerfunnummer mit mehr Trademarks, trotzdem auch an den Beach Boys wird sich probiert, wenn da nicht der Wummerbass wäre, der dem ganzen das Strandfeeling nimmt. Gewollt? Aber sicher doch. 3/5

Adeline, sicher die stärkste Nummer auf dem Album. Orientiert sich auch am stärksten am bisherigen Soundmaterial, der beiden Vorgänger. Um den Sound Kosmos von Alt-J aufrecht zu halten, gut geeignet. 5/5


Last Year, vorletzte und ruhige Nummer. Wunderbare gezupfte Gitarre, was fürs Lagerfeuer oder den Grill, wenn man die Würstchen verdrückt hat und die Sonne am Horizont unter geht. Ellie Rowsell setzt genau richtig ein, mit ihrer verträumten Stimme. Gute Verdauung allerseits. 4/5

Pleader, ein typischer Rausschmeißer. In die Mitte hätte er wegen der Streicher und epischen Sounds im letzten Drittel des Songs nicht gepasst, am Ende funktioniert er gut. Eventuell stört manche das er schon über fett das Alt-J Soundgerüst schmiert. Ein typischer Rausschmeißer halt. 3/5

Fazit: Kein Geniestreich, trotzdem eine solide Scheibe, die einige Momente und Songs bietet, die man sehr gut hören kann. Gesamt geht nichts unter 3/5 mit Tendenz zu 4/5. Alt-J ist konsequent auf dem Weg eine ganz große Band zu werden. Zwei herausragende Alben und nun ein gutes Album, dazu noch das Live At Red Rocks (2016). So viel Output auf dem Level gibt es ganz selten, in so kurzer Zeit. Freuen wir uns einfach darüber und feiern das noch etwas…..

Gruß Stephan

Dienstag, 30. Mai 2017

Fünf Alben aus dreißig Songs - Ausgabe 31

Es ist erst Mai und aktuell hab ich hier oben unter dem Dach bestimmt die angekündigten 35 Grad Celsius. Eigentlich unerträglich um eine Zusammenstellung von fünf Alben zu schreiben. Also legt Stephan schwitzend los und hofft die Musik wird ähnlich hot.


Mix der Woche Spotify (29. 05. 2017)

Nach dem Klicken sollte der Webplayer auf gehen, dort sich einfach bei Spotify anmelden mit eurem Account und ihr könnte die komplette Liste sehen und euch anhören.



Jeff Beck – Loud Hailer (2016)



Ein halbes Jahrhundert Fender Stratocaster und den mit hauptsächlich seinen Fingerkuppen gespielt, das so dreckig und erdig wie am ersten Tag. Natürlich ist Jeff Beck auch nicht jünger (72) geworden, mit dem Stratocaster kämpft er aber immer noch. Beck wird immer genannt, als einer der ganz großen Blues Gitarristen längst vergangener Tage, dabei liegt hier ein relativ frisches Album vor. Ein wenig Statement, ein bisschen altmodisch, kämpfen für die Zeitreise mit einer Gitarre. 4/5 Skip Wertung


Ian Anderson – Thick As A Brick 2 (2012)



Genau 40 Jahre nach Thick As A Brick veröffentlichte Ian Anderson, der Kopf von Jethru Tull, solo den zweiten Teil. Und wenn ich ehrlich bin, Anderson macht damit kein schlechtes Album, aber er hängt irgendwie fest in den 70iger Jahren. Jedenfalls einmal angehört, krame ich lieber nach dem altem Thick As A Brick Album. 3/5 70iger Jahre Wertung


Dinosour Jr. - Where You Been (Digital Version) (With Bonus Track) (1993)



J Mascis und seine Band wurde mir erst richtig einer meiner Lieblinge, mit Farm (2009). Großartiger Unterschied, zu den Alben in den 90igern, ist nicht aus zu machen. Kniedelgitarre, rockig mit viel Schmiss und Melodie, aufdrehen und es kann kommen was will. 4/5 Hippierock für menschliche Dinos Wertung


R.E.M. - New Adventure In Hi-Fi (1996)



Seit 2011 gibt es R.E.M. nicht mehr, still und leise löste man sich einfach auf und keiner weiß eigentlich warum. Ob Michel Stipe es weiß? New Adventure war nach dem Grunge Gegenentwurf Automatic For The People (1992) quasi ein Abschluss einer der erfolgreichsten Reisen durch die Rockmusik der 80iger und 90iger. Ohne R.E.M. hätte ich mir, die beiden Jahrzehnte, gar nicht vor stellen können. 5/5 Nicht ohne leben können u. wollen Wertung


Geddy Lee – My Favorite Headache (2000)



Der Kopf von Rush und mit seinem Bassspiel maßgeblichen Einfluss auf den Heavy Metal im besonderen und den Rock im allgemeinen. Einziges Solowerk, hört sich stark nach Rush an, wo bei mir die immer zu gewollt beschwert waren. Kann ich nicht immer haben. 4/5 Basslehrstunden Wertung

Gruß Stephan

Montag, 22. Mai 2017

Autokauf geht vor - Diese Woche keine Liste!

Hallo alle zusammen,

muss mich diese Woche entschuldigen, bin hier gerade in Koblenz und muß helfen beim Autokauf. Nächste Woche geht es weiter. Danke für das Verständnis.

Gruß Stephan

Donnerstag, 18. Mai 2017

Ausgepowert!

Chris Cornell ist letzte Nacht verstorben, mit nur 52 Jahren und damit verstummt eine einmalige Stimme, die in den letzten 30 Jahren prägnant und prägend für die gesamte Rockbranche war. Das aktuell das Rockgenre, angefangen mit dem Grunge als ein Stilmittel her halten muss, für diverse Gerüchte u. Spekulationen was Drogen, Alkoholexzesse etc. betrifft, halte ich für nicht angemessen was Chris Cornell für das Genre Rockmusik künstlerisch, nicht nur mit Hilfe seiner Stimme, geleistet hat.

Genau darauf basiert die nun folgende Auflistung seiner Alben mit/in Bands, mit einer kurzen Einschätzung wie gut oder schlecht ich die einordne. Eine kleine (nicht vollständige) Retrospektive!


Soundgarden

Ultramega OK (1988)


Debüt und Grammy nominiert! Hier zeichnete sich schon ab, was für eine Stimme da die Branche aufmischen sollte. 4/5

Louder Then Love (1989)


Grunge, obwohl der Begriff noch gar nicht erfunden war. Die Taktschemata (u.a. 9/4-Takt in Get on the Snake oder ganz wild in I Awake, 4/4-, 6/4-, 9/8-, 11/8- und 14/8-Takte) wiesen klar den Weg, Richtung neues Genre Grunge. 4/5

Badmotorfinger (1991)


Letztens noch in meiner Liste als herausragendes Album vorgestellt. Konnte damals nicht wissen, das es so eine Bedeutung bekommen sollte. Wichtigstes Album von Soundgarden. Must Have! 5/5

Superunknown (1994)


Beinhaltet den Überhit der 90iger Black Hole Sun, entfernt sich damit aber wieder vom Grunge und hin zum Power Rock. Man will ja nicht still stehen als Band. Grammy u.a. für Black Hole Sun. Ebenfalls Must Have! 5/5

Down On The Upside (1996)


Wieder mehr Taktexperimente und akustische Balladen. Chris bezeichnet das Album, in der Entstehung, ein wenig Back To The Roots. Besinn (-ungsloser) licher Ausklang einer ersten Schaffensphase, negativ gedacht nichts halbes und nichts ganzes. 3/5

King Animal (2012)


Der Name des Albums ist auch gleich Programm, Soundgarden fand sich wieder zusammen und ließ gleich alles an Rockgetier, auf die Bühnen die die Welt für Chris bedeuteten, los. Großartig, dann auf allen großen Festivals durch gestartet und man hoffte, nun jäh aus den Träumen gerissen. Comebackpunkte! 5/5


Temple Of The Dog

Temple Of The Dog (1991)


Zwei Songs (Say Hello 2 Heaven und Reach Down) und Chris trommelte seine weiteren Mitstreiter für TFTD zusammen, um seinen Freund und Mitbewohner Andrew Wood ein angemessenes Gedenken zu schenken und uns eine Supergrupp bevor alle Mitglieder so richtig super bekannt waren. Ich nenne so etwas Genialität. 5/5



Audioslave

Audioslave (2002)


Mein Album des Jahres 2002, Power Rock von aller feinster Güte und erstmals das Chris mir bleibend sich ins Hirn fräste. Der Sound, maximal, brutal, krachend von den restlichen Musikern von Rage Against The Machine (Tom Morello an der Gitarre) eingespielt. Aber die Stimme von Chris, so was von Over The Top, da geht kein Blatt mehr zwischen. Stimmlich war Chris auf dem Gipfel, mit dem Album. 5/5

Out Of Exile (2005)


Ganz leicht hinter dem Debüt. Manche meinen aber auch genau das Gegenteil. Genau kann ich es nicht sagen, irgendwie wirkt es so, da insbesondere Chris nicht mehr ganz so präzise sang. Ein paar kleine Fehler, machen da für mich den Unterschied. Mag auch an der Aufnahme liegen. 4/5

Revelations (2006)


Das letzte Album mit Audioslave und Chris klingt noch ein Stück hinter Out Of Exile. Nicht wirklich schlecht, er „groolt“ die Töne nicht zu ende. Eventuell bilde ich mir das auch nur ein, zu dem Zeitpunkt hörte man so einige Gerüchte das es Chris nicht gut ging (Alkoholprobleme u. Trennung von erster Frau). 3/5


Weg gelassen hab ich die vier Solo Studioalben. Ganz bewusst, weil ich Chris immer trotz der herausragenden Stimme als „Part Off“ des großen Ganzen wahr genommen. Die Soloalben zeigen auch seine Bandbreite über Grunge und Rock hinaus. Stellvertretend kann man seine Arbeit für den Titelsong zu James Bond: Casino Royal – You Know My Name anführen. Seine letzte Soloarbeit The Promise, deutet ein neues Album an. Falls es da mehr gibt, werden wir davon noch hören und hoffentlich seinem Lebenswerk dann auch mit dem entsprechenden Respekt zollen.

Ein letzter Gruß an Chris und Sing den Himmel zusammen. 

Gruß Stephan nur ein Fan

M.I.N.E - One EP (2017) Review

Bildergebnis für M.I.N.E one EP Cover


Schwarzrötlicher Lichtschein taucht die diffuse Kulisse in ein surreal anmutendes Bildnis. Im Vordergrund blicken die Protagonisten hinter geschwärzten Gläsern verborgen den Betrachter mit ernsten Mienen an. Sinnbildlich stellen die Brillen eine Art Schutzmantel in unsteten Zeiten dar. Doch dazu später mehr.

M.I.N.E das Nebenprojekt von Camouflage Leadsinger Marcus Meyn, Volker Hinkel (Fools Garden) und Produzent Jochen Schmalbach ist eine kreative Symbiose verschiedenster Einflüsse im (dark)elektronisch ausgepolsterten Klangraum. Vor dem eigentlichen Release des Debutwerks schleudern die drei Veteranen nun eine 4-Tracks bestückte EP in den nachtfarbenen Elektrokosmos.
Der Grundtenor gibt sich passioniert düsterhaft, andächtig in die Ferne blickend.

"Things We've Done" ragt als erster Eckpfeiler aus glucksend wabernden Gewässern über denen Meyn als Weltenseher in markant ausgereifter Tonlage thront und die gesellschaftliche Schieflage des Himmelskörpers beleuchtet. Um ihn herum bröckelnde Ruinenfratzen, die von Vergangenem und Versäumnis erzählen. Das Tongewand mit treibenden Synths bestückt fließt elegant durch elegische Schleußenpforten und mündet in akustische Peitschenhiebe ("Dangerous"). Der zweite Song feuert bayonettscharfe Drumsets die von hämmernden Bassströmen begleitet einen ungewöhnlichen Eindruck hinterlassen. Die Hookline gibt sich bewährt plastisch, doch der prägnante Ansatz der Instrumentierung setzt das Puzzle zu einem dominierenden Soundbild zusammen.

"Lean On" mit raffiniert variierenden Schlagzeugsätzen voll schäumender Dynamik und pochend fiebriger Tastenführung kombiniert wärmende Geborgenheit mit kompromissloser Stärkebekundung. Der Finaltrack "White Trash" hingegen nimmt sich Zeit. Startet in sumpfig dampfenden Ebenen analog zum nagenden Zwiespalt des Textes. Doch stemmt sich der Hauptprotagonist gegen den innerlich brodelnden Konfliktherd, erklimmt zu rockig dröhnender Untermalung die höchsten Wipfel der mentalen Schattenwelt und stößt in einem Akt tiefster Überzeugung jene Düsterwesen die seelischen Klippen hinunter die seine Gedankenbahnen marterten. Ein abschließender Blick geht über den unendlich weiten Ozean, Schaumkronen umspielen den Fluss der Zeit und die innere Barriere scheint gelöst.

Als Vorgeschmack auf Kommendes fungiert die vielseitige EP grandios, auch wirkt sie an anderer Stelle: Das ist schon lange nicht mehr nur ein Nebenprojekt.

8/10











Dienstag, 16. Mai 2017

Fünf Alben aus dreißig Songs - Ausgabe 30

Große Namen, große Alben? Meist schon. In der Liste sind noch ein paar große Namen, schaut sie euch einfach an bzw. hört sie euch an.



Blue Öyster Cult – Secret Treaties (1974)



Drei Alben brauchte BÖC um sich zu etablieren (dieses ist No. 3), seitdem sind sie nicht mehr wegzudenken. BÖC sind die Erfinder des Heavy Metal Umlauts (das Ö), was seitdem auch bei anderen Heavy Metal Bands auftaucht, z.b. Motörhead. Es wird aber meist nicht so ausgesprochen. Ähnlich wie die „Pommesgabel“ als Handhaltung, sind Stilmittel ein Ausdruck von Stärke, Stärke der jeweiligen Musik. 4/5 Skip dich durch Wertung



Opeth – Pale Communion (2014)




Opeth = Progressiver Metal, Progressiver Metal = Opeth. Mit Pale Communion könnte man das denken. Fakt ist Pale Communion ist in der aktuellen Schaffensphase von Mikael Åkerfeldt, dem Kopf von Opeth, sicher das stärkste Werk. Der Nachfolger Sorceress ist zwar erfolgreicher (reine Verkaufszahlen) aber eben einen ticken glatter. 5/5 Geht nicht besser Wertung



Iggy Pop – Post Punk Deppresion: Live At The Royal Albert Hall (2016)



Über Indianerhaut Iggy Pop ist eigentlich alles geschrieben, so das man sich das hier eigentlich sparen könnte. Zurück nochmal zu der Haut, die Iggy seit nun 70 Jahren zu Markte trägt. Ich kann mir keinen besseren Ort vorstellen als die altehrwürdige Royal Albert Hall, um sein Spätwerk live vor zu führen, mehr Ehre geht nicht. Fuck, Fuck, Fuck! 5/5 Fuck Wertung



Wishbone Ash – Wishbone Ash (1970)





Debüt und Mastermind Andy Powell hält die Truppe, mit wechselnder Besetzung, bis heute zusammen. Ihre frühen Erfolge (komplette 70iger) beeinflussten die gesamte Rockszene. Insbesondere der Einsatz von zwei Leadgitarristen, wurde oft kopiert. Beispiele: Thin Lizzy und Iron Maiden . 4/5 Skip Wertung



Fleetwood Mac – Live (1980)



Nicht wundern, Youtube macht das möglich.

Der Abschluss der erfolgreichsten Jahre, mit den drei Alben Fleetwood Mac (1975), Rumours (1977), Tusk (1979). Die Stimme von Stevie Nicks und die Gitarre von Lindsey Buckingham prägten den Sound damals. Ein herausragendes Live Album, leider nicht mit meinem Lieblingsstück Sisters of the Moon von Tusk, eine Totsünde. Deshalb auch nur 4/5 Skip Wertung

Gruß Stephan

Montag, 8. Mai 2017

Fünf Alben aus dreißig Songs - Ausgabe 29

Entspannt euch mal ein bisschen, nur weil irgend welche rechten Wichser bzw. weiblich Wichserinen das Tagesgeschehen aktuell bestimmen, muss ich noch lange nicht mit jedem reden. Deshalb ging auch das heutige Angebot an Alben, trotz Fassdenanstrich flott von der Hand.

Mix der Woche Spotify (08. 05. 2017)

 

Arbouretum – The Gathering (2011)





Allein die Idee, das Rote Buch von C. G. Jung (Begründer der Analytischen Psychologie) als Inspiration zu nehmen und im Stonerrock und ein bisschen Folk zu vertonen, ist großartig. Da durch wird der Zugang zwar nicht leichter, trotzdem wollen wir das eigenständige Denken durchaus fördern. Ein vielfach vernachlässigtes Thema heute. 4/5 Denk dir mal wieder was Wertung



Witchcraft – Witchcraft (2004)





Debüt, Schweden und dann Hexenenergie, juhu las den Wikinger raus. Irgendwelche Besen braucht ihr euch nicht unterzuschnallen, der Metal von Witchcraft kehrt auch so gut. 2016 ist zwar (b-)geförderte Depression in CD gegossen, mit dem Album Nucleus erschienen. Gerade das macht das Album von 2004 interessant. Kein Grund um traurig zu sein, im Gegenteil. 4/5 Skip Wertung



The Drones – Wait Long by the River and the Bodies of Your Enemies Will Float By (2005)




Bei Spotify ist das Album mit 2015 erschienen, gekennzeichnet, Wikipedia sagt das es wohl 2005 erschienen ist und in Australien wohl den wichtigsten Musikpreis abgeräumt hat. Australien hat neben Kängurus und AC/DC schon lange eine sehr gute Musikszene, die aber in DE und wohl auch bei Spotify eine eher untergeordnete Rolle spielt. Ok manchmal wird der süße Hintern von Kylie auch noch angeführt. 4/5 Entdecker Wertung



Supergrass – Supergrass (1999)




Nein kein Debüt sondern Album Nr. 3. Auch kommen sie nicht aus dem weit entfernten Australien, sondern aus dem Mutterland der Pop/Rockmusik England. Ihr Indierock im Style von Oasis und Co. gefiel mir immer gut, bis dann 2008 plötzlich Schluss war. Das Album ist aber ein echtes Highlight, versprochen. Allein, das zum Höhepunkt von MTV, produzierte Video zu Pumping On Your Stereo, ist wunderbar. 5/5 Britische Traditionswertung



David Gilmour – David Gilmour (1978)




Debüt als Solokünstler und eher blueslastig und natürlich ist hier die Gitarre von Pink Floyd im Vordergrund. Zu Gilmour könnte man einen Roman schreiben, wohl einer der Ausnahmekünstler die immer wieder in irgendwelchen Top 10 Listen auftauchen und das auch noch in 1000 Jahren noch tun. Der besondere Gitarrensound Gilmour´s wird auch hier weiter ausgebaut und verfeinert. 5/5 Skip dich nicht weg Wertung

Gruß Stephan

 

Dienstag, 2. Mai 2017

Fünf Alben aus dreißig Songs - Ausgabe 28

Hallo zusammen, hab mich auf gemacht und eine neue Liste zusammen gestellt. Die eine oder andere verkannte Perle ist da runter. Habt viel Spaß damit.

 

Mix der Woche Spotify (01. 05. 2017)

 

The The – Dusk (1993)




Matt Johnson, Mastermind von The The wurde 1993 schon etwas ruhiger. Dusk ist hauptsächlich, zum Unterschied zum Indiepop der 80iger Jahre, ein sehr gutes Bluesalbum. Nach meiner Meinung zeigt das Album nur auf, was für eine Bandbreite Matt Johnson hat. Aktuell in Dauerrotation mal wieder und unvergessen, der Nebel verflüchtigt sich und es werde Licht. 5/5 Skip Wertung



Killing Joke – Killing Joke (2003)




Es gibt so alte Recken bei denen unser eins nicht mitbekommt das sie heute alte Recken beschäftigten, hier an den Drums, um selbst nochmal vorne mit zu spielen. Killing Joke 2003 ist so ein Album und Band. An den Drums Dave Grohl, damals noch bei den Queens unter Vertrag, heute mit seiner eigenen Truppe (Foo Fighters) erfolgreicher und Stadien am bespielen. Alte Recken zu Jungspunden getrommelt. 4/5 Skip Wertung



The Cult – Hidden City (2016)




Ulf Kubanke hat es sich 2016 leicht gemacht und ich auch. Ein Verriss geht immer leicht von der Hand und wird die Hand von Kubanke geführt, dann sehe ich gar keine Probleme. Hab aber genauso kein Problem damit etwas mit etwas Abstand neu zu bewerten. So schlecht ist das Album nicht. 1/5 ist wie gesagt to easy. Finde das Album sogar recht eingängig, etwa wie eine leckere Zwischenmahlzeit. Kann man einfach kurz gut haben und macht nicht dick. Und das sind min. 3/5 Skip Wertung



Crippled Black Phonix – I, Virgilante (2010)




Kurzer Auszug aus Wikipedia: Crippled Black Phoenix bezeichnen ihre Musik gerne als Endzeitballaden (endtime ballads). Viele der Stücke sind vergleichsweise lang und recht aufwändig gestaltet. Oft wird ihre Musik mit derjenigen der frühen Pink Floyd verglichen. Dieser Aufwand erfordert, für Live-Auftritte zusätzliche Musiker zu engagieren. Laut Greaves werden die Songs ohne Rücksicht auf die spätere Bühnentauglichkeit geschrieben, was trotz der Zusatzmusiker manchmal erfordere, das eine oder andere Stück nicht aufzuführen.

I, Virgilante kann ich nicht besser beschreiben, unbedingt anhören, etwas zum weg träumen und darüber hinaus Trip. 4/5 Skip Wertung



Doves – Lost Sides (2000)




Britische Indietruppe, ihr hoch eingeschätztes Debüt. Bis 2009 wurde auch fleißig weiter veröffentlicht und bis heute sind sie fast vergessen. Finde ich angesichts dieses Albums, sehr schade. Breites Klangbild was viel Raum für Interpretation lässt. Eine dieser Interpretationen lautet, steht in direkter Tradition zu New Order, also schön tanzbar. 4/5 Skip Wertung

Gruß Stephan