Sonntag, 5. Februar 2017

Wurde auch Zeit, dass deutsche Musik wieder Stellung bezieht

Broilers - (sic!)

Lieber einen Broiler als einen Adler durch unsere Städte tragen.

Voll auf die Eingeweide der sogenannten (Neu-)Nationalen. Und ja, ich gebe es zu, ich finde es richtig so. Es muss um 82/83 gewesen sein, als die großen Demowellen gegen den Nato Doppelbeschluss über unser Land schwappten. Die gesamten 80iger Jahre gab es Ostermärsche und Friedensdemos. Und die relevanten Pop/Rock Künstler waren mitten drin.

Mitten drin waren Westernhagen mit Freiheit, Grönemeyer mit seinem Sprünge-Album und Kinder an die Macht, die Toten Hosen mit Hier kommt Alex und 1992 mit Sascha….ein aufrechter Deutscher und Lindenberg war mit Wozu sind Kriege da? so und so der Erste der sich politisch klar positionierte. Die deutsche Popmusik war nicht nur durch die großen vier oder fünf breit aufgestellt, um sich zu vielerlei Unrecht zu äußern. Rio Reiser darf man in dem Zusammenhang natürlich nicht vergessen, dem gebührt die Vorreiterrolle durch seine Band Ton Steine Scherben.

Und wo äußern sie sich heute? Wahrscheinlich sind sie einfach nur älter geworden, als Ausrede möchte ich das trotzdem nicht gelten lassen, bis auf Rio leben ja alle noch und sind weiterhin im vollen Einsatz, was Konzerte und Alben betrifft. Eventuell haben sie auf den Scheiß einfach keinen Bock mehr? Den habe ich auch nicht, trotzdem schreib ich nun diesen Text, denn es ist mir eine Herzensangelegenheit, sich insbesondere klar gegen die Höcke´s, Trump´s und Le Pen´s zu stellen.

Mit (sic!) tun das die Broilers. Ich selbst habe die seit Santa Murte (2011) richtig auf dem Schirm. Mit dem Nachfolger Noir (2014) kamen dann die großen Hymnen auch für die großen Festivals, die sie auf (sic!) in Keine Hymnen heute, auch gleich wieder zu Grabe tragen. Feine Selbstironie!


Die Abrechnung und zugleich der politisch wichtigste Song ist der Opener Nur ein Land. Bitteres Manifest und auch Keine Hymnen heute sind aber nicht weniger politisch und klare Statements in dunklen Zeiten.  


Apropos Zeiten. Um voran zu gehen, muss man sich manchmal erinnern. Im zweiten Drittel der CD wird sich erinnert und gipfelt in Ihr da oben, fast eine Ballade für die vielen Künstler, die 2016 alle gegangen sind. Das waren wirklich sehr viele wichtige Künstler und da tut es mich wundern, das erst jetzt eine Band einen Song drüber macht.

Unsere Tapes leitet eine Art Rückbesinnung ein. Insgesamt fällt (sic!) gradliniger und straighter aus. So wie ich es in der Einleitung schreibe, voll auf die Eingeweide wenn die es brauchen. Bezogen auf den politischen Song aus deutschen Landen ist das Album ein Volltreffer und ob der Kurs der kompromisslosen Härte so fortgesetzt werden muss, kann ich nicht beantworten. Bezogen auf Rechts, Nazigeschwurbel und sonstigen Dreck hilft nur die volle Härte, der Überzeugung bin ich schon länger.
 
Ach ja, eine Bewertung in Form von Punkten spare ich mir. Ich mag es laut, ich mag Punk, ich mag klare Ansagen, alles das trifft hier zu. Damit ist bewertungstechnisch alles gesagt, bzw. als Fanboy eine Wertung? Why? Macht einfach keinen Sinn…..und das bei einem Sinn stiftenden Album!

Gruß Stephan


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