Dienstag, 28. März 2017

Fünf Alben aus dreißig Songs - Ausgabe 24

Wenig Zeit aktuell, Schöne Wetter ist bald vorbei, aber seht selber.

 

Mix der Woche Spotify (27. 03. 2017)

 

Ataxia - Automatic Writing (2004)




Manchmal gründen sich Bands und beim Material was sie abliefern weiß man nicht so recht. Wahrscheinlich wissen sie selbst nicht. Egal, Leuten wie John Frusciante (Ex- Red Hot Chili Peppers Gittarist), Josh Klinghoffer (Red Hot Chili Peppers Nachfolger von John) u. Joe Lally (Bass bei Fugazi) denen hört man erst mal zu. 4/5 Bekannte Leute Wertung


Earl Greyhound - Suspicious Package (2010)




Retro ist nach wie vor in. 2010 hab ich die Scheibe sehr gemocht und ab und zu krame ich sie heute noch raus. Sieht so aus, das da leider nichts mehr neues kommt. Trotzdem das Album bleibt, manche haben nur das eine Album drin. Jedenfalls stimmt hier fast alles. 5/5 Retro Skip Wertung


The Well – Samsara (2014)




In ihrer Bio schreiben die drei Austin Newcomer über sich selbst: The Well redefine heavy rock by merging massive riffs with sophisticated melodies. Kann man so stehen lassen! Inzwischen haben sie neben dem Debüt Samsara ein zweites Album raus. Im Rock gibt es eine Unmenge an guten Musikern, schwer da raus zu ragen. Hiermit tun sie das. 4/5 Debüt Wertung


Soul Coughing – The Studio Album Collection 1994 – 1998 (2015)




Kritikerlieblinge, eigentlich ein Schimpfwort in der Popmusik. Solche Bands sind oft nicht gerade von Erfolg gesegnet, meist aber auf einem hohem musikalischem Niveau. So auch hier. Die drei Alben sind einmalig für die Elektro/Rock Alternativszene in den 90igern und hören sich heute noch frisch an. 5/5 Skip Wertung


Monster Magnet – Cobras and Fire (The Mastermind Redux) (2015)




Monster Magnet gehören irgendwie zum Inventar. Frontmann Dave Wyndorf hat schon ein geiles Organ. Trotzdem hab ich die letzte Scheibe von ihnen fast nicht mit bekommen. Woran das liegt kann ich nicht sagen. Skipender Weise, hört es sich routiniert aber keineswegs schlecht an. 4/5 Skip Wertung
 
Gruß Stephan

Dienstag, 21. März 2017

Judith Holofernes - Ich bin das Chaos (2017)



Judith ist sicherlich kompliziert. Eigentlich würde ich Judith ja auf der Stelle weg heiraten, falls sie es nicht schon wäre. Ich mag ihren Witz, ich mag ihre Melancholie und seit Jahren schreib ich schon, dass sie mit ihrer Poesie und Bildern in Sprache mein Herz erreicht. Ich denke, dass sie das auch möchte, das das ihr eigentliches Anliegen ist.

Nun gibt es in meinem Kopf, verschiedene Wege, das zu erreichen. Der eine ist: Frau ist ein guter Selbstdarsteller und bemüht das halt. Judith hat Spaß am Selbstdarstellen, was mit Selbstironie auch relativ natürlich rüberkommt, insbesondere wenn der Fokus auf der Ironie liegt. Bei Spotify ging der Albumveröffentlichung voraus, dass es wohl ein Hörbuch von Judith gab, was einmal jeden einzelnen Titel vom aktuellen Album besprach. Natürlich vorgelesen von Frau Holofernes persönlich. Das ist nun gerade wieder verschwunden, dafür ist das Album in voller Länge auch im Free Spotify zu finden. Was ich ein wenig schade finde. Das Bild von Frau Holofernes was man sich so macht, ist das einer witzigen, hellwachen und selbstbewussten Frau, die gerne ihre Kunst mit uns teilt. Eigentlich wünscht Mann sich nur solche Frauen, ich hab wenn ich ehrlich bin immer etwas die Düse bei „Too Much“ schlau Frau. ;-) Das wird durch diese Veröffentlichungspolitik etwas torpediert.

Eine kleine Anekdote noch, bevor ich zum Album komme. Frau Holofernes sucht eine Gitarristin, laut einem Interview bei Laut.de. Ob sie die gefunden hat, weiß ich nicht. Jedenfalls nach mehrmaligen Hören des aktuellen Albums wird es Zeit, dass sie für das nächste Projekt, eine oder einen auftut. Wobei das mit dem Geschlecht echt Banane ist. Ab und zu fehlt mir nämlich der fetzige, schräge Rockriff und ihr Sound verflacht dadurch.

Nun also ihr „Ich bin das Chaos“ und natürlich muss sie daran mal feste glauben. Ihre textlichen Skills sind seit Heldenzeiten ohne Makel. Mit „Analogpunk“ kommt sogar ein wenig Heldenfeeling wieder auf, aber hier fehlt der bratzige Riff, der dem ganzen die Krone aufsetzen würde. Der Opener „Der letzte Optimist“ macht den Zugang noch easy, ein morbides Stück, nicht klein und weil von hinten aufgezogen sozu sagen genau die richtige Portion Ironie um nicht ins Gefällige abzugleiten. 

 

Die beiden nächsten Stücke offerieren eine gewisse lässige Großkopfigkeit, da über Dritte getextet wird (Charlotte Atlas) bzw. Beethovens „Ode an die Freude“ wird durch zufügen eines Buchstaben (Ode(r)), persifliert. Dann biegt schon der Ex- Heldenpunk um die Ecke und das erste Drittel eines bis dahin wirklich schönen Albums neigt sich was auch immer zu.

Mit den „Leiden der jungen Lisa“ wird Judith für meinen auch nicht schlecht tickenden Kopf sogar zur multiplen Persönlichkeit, wobei ich ihr ungern auch nur eine absprechen würde. Schade wäre es drum! Das ganze gipfelt dann im Titelstück „Ich bin das Chaos“ und man könnte anhand der vielen kleinen Persönlichkeiten die bisher textlich eine Rolle spielen meinen, Frau Holofernes meint es ernst. Aber Obacht, Judith nimmt sich nie zu ernst. Sonst hätte sie schon längst bratzige Gitarren gefunden, egal ob weiblich oder männlich gespielt.

Rauswerfen tut uns „Das Ende“, „Oh Henry“ (was wohl vom letztem Album noch übrig geblieben ist, laut dem verschwundenen Hörbuch) und „Unverschämtes Glück“. Insgesamt plädiere ich dafür dass Judith Holofernes wieder einen Schritt in Richtung Ex- Band „den Helden“, mit dem aktuellem Album macht. Bei aller Melancholie wird es nie unlustig und im deutschen Kontext, dass bräsige Typen und noch bräsigere Tulpen (kann man Typinnen schreiben?) aktuell mit dummdreisten Themen in der Suppe rühren, ist musikalisch und textlich Judith ein feiner Gegenentwurf dazu gelungen. Solch ein Chaos, an kleinen aber feinen deutschen Geschichten, lass ich mir gerne gefallen. Und beschreibt recht genau, wie es bei halbwegs intelligenten Menschen im Kopf aussieht, nämlich voller Sucht und Suche nach dem tieferem Sinn den das Leben uns anbietet. Mit dem letztem Broilers Album zusammen, geht es im deutsch Pop/Rock wieder etwas aufwärts. Schon zwei sehr gute Alben, scheinen da am Firmament und nicht mal ein viertel Jahr vorbei. 5/5

Gruß Stephan

P.S.:  Wobei, ein Love Gitarren - Frauen Point einer, von den fünfen. Hope, da findet sich wer. Ach und den Running Gag im Hörbuch hab ich nicht verstanden, eventuell erklärt sie den nochmal, nur blaue Augen bekomme ich deshalb nicht.

Fünf Alben aus dreißig Songs - Ausgabe 23

Mix der Woche Spotify (20. 03. 2017) 

Aufgrund eines Reviews zu dem aktuellem Holofernes Album, hat sich die Liste leicht verschoben. Ansonsten bleibt es erst mal so, Montag bekomme ich die Liste und je nach Zugang erscheinen fünf Alben in Kurzvorstellung, spätestens bis Dienstag.


John Garcia – The Coyote Who Spoke In Tonques (2017)




Carcia ist mit seiner Ex- Band Kyuss gelungen, was vielen nicht so easy gelingt, Kyuss ist Legende durch einen Sound, der quasi ein eigenes Genre im Hardrock begründet, Stonerrock. Solo sind nun etliche Kyuss Klassiker akustisch von ihm neu bearbeitet worden. Viel ruhiger und seine eigene Stimme kommt gut zur Geltung. 4/5 Skip Wertung


The Veils – Nux Vomica (2006)




Coldplay u. Muse sind ihre, auch zeitlich, großen Konkurrenten. Finn Andrews wuchs in Neuseeland und blieb obwohl nicht schlechter, auch mit Nux Vomica weniger erfolgreich. Warum das so ist, kann keiner richtig sagen, hört einfach rein. 4/5 Wieder hinhör Wertung


Earthless – From The Ages (2013)




Musik muss nicht immer besonders erfolgreich sein, in kommerzieller Hinsicht schon gar nicht. Was insbesondere Isaiah Mitchell aus seiner Gitarre 2013 raus holt, ist mit nichts zu vergleichen. Als wenn sich schwarze Löcher mit Licht verbinden und dich auf eine einzigartige Erfahrung bezogen auf Schwerkraft vorbereiten. Natürlich muss man es an die Ohren auch dran lassen, Klanggewitter erster Ordnung. 5/5 Sog Wertung


Tin Machine – Prisoner Of Love E.P. (1989)




Zwischenspiel für David Bowie, als es Solo mal gerade nicht so rund lief. Trotzdem nicht schlecht, natürlich dominiert vom Alphatier Bowie. Das erste Album Tin Machine war sogar relativ erfolgreich (DE 13 u. UK 3). Das mag David damals sicher gut getan haben. Nach dem zweiten Album bzw. bei den Aufnahmen zu Black Tie White Noise hörte Tin Machine einfach auf. 3/5 Zwischenspiel Wertung


Kapitan Korskov – Stuff & Such (2012)




Noise Rock mit Post Wave aus Belgien. Jedenfalls verdammt cool runter gespielt, hier auf ihrem zweitem Album. Zu kurz kommen auch nicht die schrägen Töne, Vocals verfremdet etc., Belgien ist für die eine oder andere Überraschung gut. 4/5 Außenseiter Skip Wertung

Gruß Stephan

Sonntag, 19. März 2017

Depeche Mode - Spirit (2017) Review

 Bildergebnis für depeche mode spirit cover


Die Welt dreht sich stoisch im Takt der immerselben Melodieführung. Ein Akt der Gleichgültigkeit. Jede Tonfolge eine Dissonanz, die einem Spottlied auf Erfahrung und Weisheit gleichkommt. Statt feinfühliger Instrumente, immer nur großkalibrige Waffenmündungen mit dem Ziel unbändiger Zerstörungswut. Statt Erkenntnis und Verbrüderung, Machtgier und Unterwerfung. Ernüchternde Zustände, die dem Zeitgeist eine hässliche Fratze verleihen. Ein Szenario voll dystopischer Faszination, das die mattschwarze Bühne für Depeche Modes vierzehntes Studioalbum erbaut.

Mit an Bord der "Spirit" auf dem zu Eis erstarrten Weltmeer befindet sich der Brite James Ford (Simian Mobile Disco), Fachkraft für Electrosounds, neuer Produzent und gleichzeitig treibende Kraft hinter einem neuen Kapitel Bandgeschichte. Eckiger, wütender, ja unberechenbarer klangen Depeche Mode seit zwei Dekaden nicht. "Spirit" steht somit auch für das Innenleben einer alternden Band, die alles erreicht hat, sich jedoch neu beseelt fühlt. Das aufmüpfig romantische Individuum der Anfangszeit ist dem verzweifelten Aufschrei des Kollektivs gewichen. Zumindest zu Anfang des Albums.

"We Feel Nothing Inside" klagt Dave Gahan im majestätisch treibenden Opener "Going Backwards". Jeder technischer Errungenschaft folgt mentaler Zerfall, mechanisch prasseln die Drumkits auf das fragile Grundgerüst nieder und formen das Zerrbild einer steril gewordenen Welt, von Mikrochips und Maschinen dominiert. Menschen hausen in seelenlosen Betonburgen, frostige Orte von denen einst viel Wärme und Licht ausging.
Eine taumelnde Karawane anthrazitfarbener Häuserkerker formiert sich, in deren Mitte Gahan vehement eine Revolution herbeisehnt, ob fehlender Reaktion resigniert, ja sogar trotzig die schwerfällige Masse herausfordert ("Where's The Revolution"). Der Mittelteil folgt einer verträumt-hypnotischen Passage repetetiver Struktur. Der Hörer wird jedoch durch sich im Hintergrund stetig steigernde und scharf geschnittene Drumsets zurück in die surrende Realität zurückbefördert und bleibt der Lösung weiter fern.

Szenenwechsel.

Im diffus-orangenen Laternenschein lehnt Gahan an verwittertem Mauerwerk und sinniert zu gediegenen Tönen über Kontrollverlust und Schuldfragen ("The Worst Crime"), aufkeimendes Schlagzeugspiel bleibt in der Finsternis verhangen. Die Stille wird jäh durch technoid-eingefärbte Elektronikschübe durchbrochen. "Scum" setzt auf punktgenaue Aussteuerung, verzerrte Detailfragmente und eine überaus atmosphärische Architektur, die Dave in gewohnt lässiger Gangart durchschreitet.

Das folgende "You Move" zelebriert laszive Wallungen zu moderner Produktion, klirrend kaltem Tastenmotiv und einer nach dem düsteren Anfang des Albums beschwingten Grundstimmung, ohne den quarzitgrauen Nebelpalast zu verlassen. In diesen zieht sich Gahan in "Cover Me" sofort wieder zurück und hängt zu sanftem Ambientsound den Gedankengängen nach, die sich ab Mitte des Tracks in pulsierenden Synthwellen entladen, die die unmittelbare Umgebung überfluten, sich stromlinienförmig pumpend ausbreiten, um danach wieder zurück in die immerwährenden Schatten zu fließen. Für "Eternal", dem ersten Solo von Martin Gore pinselt das Soundbild gar dunkelste Farbtöne auf die ausgebreitete Leinwand. Auf dieser besingt Gore Vaterliebe in ihrer reinsten Form im Auge des radioaktiven Sturms, welcher sich auch akustisch an einer Stelle des Stücks in grollend-bissiger Ausführung andeutet, kurz die zarte Aura zu durchstoßen versucht, doch das Innere Momentum obsiegt für den Augenblick.

Zurück zu den dampfig warmen Uferlandschaften der Mississippiebenen des Vorgängers. Zu abendlicher Stimmung parkt Gahan die Delta Machine und stolziert im gleißenden Sonnenuntergang, untermalt von bluesy Taktraten mit allerlei Störgeräuschen garniert.

Eines der Highlight findet sich in "So Much Love". Es scheppert, kracht und vibriert im Hintergrund des dynamischen Tracks, während Gahan, bestens durch Gore unterstützt eine der markantesten Hooklines der letzten Alben abfeuert. Stolz und frei von allen Unterdrückungen zeigt der Song auch viele Grundelemente des modernen Depeche Mode Sounds, erwähnenswert sei hier das stimmige Twang-Gitarrenthema, das noch lange nachhallt und dem Akustikchaos eine temporäre Ordnung verleiht. "Poorman" übt sich in schonungsloser Kapitalismuskritik vor der Kulisse mächtiger Bassgebirge und pluckernder Elektronik mit Blues-Zitaten im Saitenspiel versehen.

Das einst lodernde Feuer. Erloschen. Orte an denen gemeinsame Erinnerungen beheimatet waren, verkommen zu schemenhaften Ruinen und der zweisame Weg erreicht seinen finalen Punkt, zugleich offenbart er den ungeschönten Blick auf ein Scherbenpuzzle und trotzdessen wird der entschlossene Schritt in die Zukunft gewagt. "No More (This is the Last Time)" ist ein emotional starkes Werk, voll melidiöser Momentaufnahmen samt eingängig austarierter Hook. Ein letzter wehmütiger Schwenk in die Vergangenheit zeigt sich im eingestreut funkelnden Klangbild, als Symbol sinnlicher Stunden.

"Oh we failed", berühmte letzte Worte Martin Gores.
Für den Abschluss kleidet Ford eine gore'sche Ballade in ein topmodernes Gewand. Soundtechnisch aktueller und doch so zeitlos klang Martin nie. Es glitzert, pocht und rattert, erlaubt sich eine leichte BoomBap-Ästhetik  (die ihm verdammt gut steht), verliert jedoch nie den spacy Fokus auf eine ätherisch-hochtechnisierte Zukunftsvision und gleichzeitige Rückschau ("Fail"). Die letzten Momente sind luftiger Balsam nach all der Düsternis, die einen so wohlig in ihren soghaften Bann zog.

"Spirit" funktioniert auf Albumlänge prächtig, bündelt viele bewährte Stärken und forciert neue Elemente. Noch immer eine eigene, besondere Liga.

8/10

Mittwoch, 15. März 2017

De/Vision - Brothers In Arms Promo-Single (2014)

Bildergebnis für brothers in arms de/vision


Save the Best for Last?

Kaum waren die letzten Töne von "Rockets & Swords" leise im Orbit verklungen, schlugen De/Vision ein gänzlich neues Kapitel auf:
Die Finanzierungsart des Crowfundings auf PledgeMusic sollte Band wie Fans zum einen noch näher zusammenschweißen und zum anderen künftige Projekte transparent und gesichert realisieren.

Ein finales Mitwirken von Schumann & Bach ermöglichte den in 2013 produzierten und schlussendlich im Frühjahr 2014 als Promo-Single veröffentlichten Schlussakkord und gleichzeitig tosenden Startschuss in die Zukunft.

"Brothers In Arms".

Der Song entfaltet in jeder flirrenden Faser Vielfalt und Dynamik, fungiert so als opulente Werkschau. Beginnend mit druckvollen Synthwellen die an imaginären Basswänden abperlen, über hymnenhaft-eingefärbte Gesangslinien Steffen Keths gelingt dem Stück der Spagat zwischen Tempo
und Melodik in schillernd-pulsierender Farbkomposition.

Dies äußert sich zunehmend im lebhaften Klangbild. das leichtfüßig quirlige Synthienetze über rauen Basssteppen tänzeln lässt.
Der Track versteht sich als Bindeglied zwischen 2012-2016, einer Phase des Umbruchs und ist eine würdige Verabschiedung langjähriger Produzenten, die hier eines ihrer stärksten Exemplare aus dem ohnehin schon umfangreichen Repertoire zaubern.

Der weitere Weg schien geebnet, von leisen Seufzern begleitet, doch stets fokussiert und mit dem ureigenen Willen einer knapp 30-jährigen Bandgeschichte versehen.

9/10

Dienstag, 14. März 2017

Fünf Alben aus dreißig Songs - Ausgabe 22


Mix der Woche Spotify (13. 03. 2017)

 

Diesmal tat ich mir recht schwer mit meiner Liste. Zu wenig in den letzten Tagen Musik gehört, zu viel gespielt auf meiner neuen PS 4 und Zaun für den Garten geplant (gestern Material besorgt). Trotzdem viel Spaß!


Rival Sons – Great Western Valkyrie (2014)




Großartiges Rockalbum, mit dem man dachte die Sons starten so richtig durch. Leider nicht, das letzte Album (Hollow Bones) ist ein kleiner Rückschritt. Sind als Support aber weiterhin gut im Geschäft, Black Sabbath Abschlusstournee. 4/5 Skip Wertung


Supergrass – Supergrass (1999)




Auf dem Höhepunkt der Britpopwelle (um 1995),schwammen sie schon ganz gut mit. Supergrass ist ihr drittes Album. Ihr letztes Album, Release The Drones(2008), bekamen sie nicht mehr fertig. 2010 lösten sie sich auf und ihr Drummer Danny Coffee trommelt nun für die Babyshambles. 4/5 Skip Wertung


Inglorious – Inglorious (2016)




Im ersten Moment dachte ich, ich höre Glenn Hughes, der Sänger hier heißt aber Nathan James und ist ein unbeschriebenes Blatt. Rock zwischen Glam und Heavy Metal mit Blueselementen. Hört sich nach einer Menge Druck an. Debütalbum, das gibt schon mal Bonus. 4/5 Skip Debüt Wertung


Jethro Tull – Stand Up (Steven Wilson Remix 2016)




Tull und Wilson, zwei Namen die für Ausnahmemusik stehen. Hier das zweite Album (Erstveröffentlichung 1969) von Jethro Tull, von Steven Wilson wieder fit gemacht. Stand Up war Tull´s Aufbruch zu neuen Ufern und verliert keineswegs seine Eigenständigkeit, im Gegenteil durch die Überarbeiten von Steven Wilson, kommt man wieder in den Genuss des leichteren Zugangs. 5/5 Skip Wertung


Nils Lofgren – UK2015 Face The Musik Tour (2015)




Lofgren ist schon länger Solo unterwegs, allerdings den größten Bekanntheitsgrad erreichte er durch sein Mitwirken bei Bruce Springsteens E Street Band als zweiter Gitarrist. Hier Solo und recht nahe dran am Publikum. 4/5 Skip Wertung

Gruß Stephan

Samstag, 11. März 2017

Mord, 52 Messerstiche, 9 Jahre das erste Opfer und die Dönerbude



Eventuell denken nun einige nach der Überschrift, ich wolle nun auch den Mord, hier gleich um die Ecke, an einem 9 Jahre altem Kind satirisch verarbeiten. Nein, das will ich keineswegs! Selten ist mir ein Mord und wie sich nun herausstellte, auch ein zweiter Mord (Opfer 22 Jahre, 69 Messerstiche) so nah gegangen, wie die in unmittelbarer Nachbarschaft zu meinem Wohnort. Ich denke, es ist völlig natürlich, dass einen es eigentlich nicht besonders bewegt, wenn ein Mord nicht in direkter Nachbarschaft, sondern z.b. in Berlin passiert. Das schildere ich nur, weil ich die Tat so unerklärlich finde, es macht mich richtig betroffen. Die Stadt Herne ist keine 10 km von meiner Heimatstadt entfernt, Herten grenzt unmittelbar an Herne.

Begonnen hab ich bewusst mit der Überschrift um gleich mir selbst die Frage zu stellen, was geht in einem 19 Jahre altem Täter vor, um 52 mal auf ein Kind einzustechen? Ab dem Moment wo der Junge aufgehört hat sich zu rühren, würde jeder normale Mörder (falls es sowas überhaupt gibt), doch aufhören? Allgemein gibt es doch eine Tötungshemmung, wo war die in dem Moment und was bringt eine solche Verrohung als Ergebnis bei dem Mörder zum Vorschein? Mit „nur“ 19 Jahren? In einer Schule, bei seinen Kontakten vorher, bei seinen Eltern müssen doch hunderte von Alarmglocken gebimmelt haben, schon weit vor den Taten, mit unserem heranwachsenden Jungen stimmt was nicht? Wo ist sein Umfeld überhaupt? Bis jetzt hab ich weder in der lokalen Berichterstattung noch  darüber hinaus einen Ton dazu gehört. Bekannt ist, dass die Eltern und Geschwister wohl nicht mehr in dem Haus lebten (ausgezogen waren), was der Täter zuletzt bewohnte. Was die nächste Frage aufwirft. Wie kann ich einen Jugendlichen allein lassen, wenn den vorher so viele Verhaltensauffälligkeiten da waren? Dazu gehört nach meiner Meinung auch eine große Gefühlskälte (bei seinem direktem Umfeld), um meinen durchdrehendes Kind allein mit seinen Problemen zu lassen.

Die zweite Tat ist nicht weniger erschreckend. 69 Messerstiche und keiner der lokalen Leute fragt, was ist los, wie kann sowas passieren? Ach ja, der Bundestag berät 16 Stunden darüber ob uns mehr Kameras besser schützen, auf öffentlichen Plätzen. Die unmittelbare Gefahr, dass einige Teile unserer Gesellschaft so verrohen, so abstumpfen, dass ihnen nur ein Mord mit einer unglaublichen Brutalität aus was auch immer hilft, bleibt weitesgehend unbemerkt? Das darf nicht so bleiben!

Es ist natürlich gut, dass der Täter nun gefasst ist. Auch dass hier keine große Panik ausgebrochen ist und es z.b. reibungslos funktionierte, dass Kinder begleitet wurden zu ihrer Schule. Natürlich, da haben die Schutzmechanismen der Menschen funktioniert. Aber wo hat die Prävention versagt? Mit Sicherheit und obwohl ich nur ein Mensch wie viele bin und keine besondere pychologische Erfahrung habe, mein Gefühl sagt mir bezogen aufs aufpassen, sich kümmern, ist nicht nur in Herne etwas gekippt bzw. geht den Bach runter. Wir sollten langsam mal innehalten, ich versuche es mit diesem Text! Ob das wen interessiert oder mir meine Fragen beantwortet werden?

Gruß Stephan

Montag, 6. März 2017

Fünf Alben aus dreißig Songs - Ausgabe 21

Mix der Woche Spotify (06. 03. 2017)

Diese Woche etwas schwer getan, da ich auf eine PS 4 warte, will endlich Last Guardian zocken, wo der Preis erträglich ist. Aber trotzdem gutes Futter für die Ohren gefunden. Habt Spaß! 


Stone Temple Pilots – No. 4 (1999)




Scott Weiland der Kopf von STP zumindest gesanglich, ist hier beim vierten Album fast letztmalig richtig gut. Lange Zeit war er Drogen abhängig und konnte nie wieder an die Erfolge von STP Zeiten anknüpfen. 2010 versuchte es STP noch einmal mit ihm als Sänger, 2013 kündigte ihm die Band. 2015 fand man ihn im Tourbus tot. Ich weiß nicht ob er nun dafür stehen kann, dass die wirklich kreativen Leute im Pop/Rock Gewerbe, oftmals es übertreiben? Wenn dem so ist, dann ist das schade drum. 4/5 Skip Wertung


Elephant Tree – Elephant Tree  (2016)




Stoner Rock voller Melodie und Klargesang! Häh? Jau, so hört sich das für mich an. Beispiel gefällig? Circles rein akustisch und der Ausklang von Surma, da schmeißt dich das Piano raus. Mal was anderes und das von Briten, mit ihrem erst zweiten Album. Etwas kurz, ansonsten gibt es nichts zu mäckeln. 4/5 Gib dem Album eine Chance Wertung


UFO – Phenomenom (1974) (2007 Remastered)




Massgeblich verantwortlich für den Sound, war der damals 18 Jahre alte Michael Schenker. Der war bis dahin Mitglied bei den Scorpions, zu denen ihn sein Bruder (Rudolf Schenker) annimiert hatte. Ohne Schenker wäre UFO nie so bekannt geworden und die Scorpions hätten eventuell „richtige“ Musik gemacht. Natürlich kam es alles ganz anders. 4/5 Gute alte Zeiten Wertung


Adrian Belew – Young Lions (1990)




Das einzige Stück was ich auf dem Album kannte, war ein Duett (Pretty Pink Rose) mit David Bowie zusammen. Das war aber nicht das erstemal, dass der zweite Gitarrist von King Crimson, mit Bowie zusammen arbeitete. Auf den Bowie Alben Stage (zu dem ich allerdings nichts sagen kann) und Lodger (unterschätztes Meisterwerk der Berlin Triologie) taten sie es schonmal. Meist im Hintergrund, aber oft sehr effektiver Studiomusiker. 4/5 Erinnerungs Wertung



Blackfield – Blackfield V (2017)




Blackfield sind Steven Wilson und der Israeli Aviv Geffan. Ersteren hab ich durch Porcupine Tree und sich selbst, in mein Musikherz geschlossen. Gerade bei Wilson hab ich den Eindruck das er quasi hyper aktiv ist, was Musikprojekte betrifft. Da gelingt nicht immer die volle Aufmerksamkeit und flutscht schonmal was Durchschnitliches durch. So auch hier. 3/5 Skip Wertung 

Gruß Stephan

 

Donnerstag, 2. März 2017

Rohrkrepierer

Seit dem ich mich für Politik interessiere, habe ich sieben amerikanische Präsidenten bewusst erlebt. Nun als Deutscher könnte ich angesichts der Zahl sieben, den keineswegs dummen Gedanken nachhängen, das diese sieben wohl alle Zwerge waren/sind und damit einer deutschen Tradition, mich auf Märchen zu berufen, Nachdruck verleihen. Auch das tapfere Schneiderlein, das sich mit sieben auf einen Streich nur zufrieden gab, fände passende Erwähnung. Eigentlich wollte ich aber kein Märchen erzählen, insoweit lege ich den Gedanken an diese, erstmal zur Seite.

Der erste Präsident den ich bewusst erlebte hies Jimmy und er züchtete Erdnüsse. Soweit so gut, spätestens als er versuchte amerikanische Botschaftsangehörige im Iran zu befreien und seine Hubschrauber in der Wüste endeten, war er längste Zeit Präsident gewesen.


Im folgte Ronald, Ronald war ein Schauspieler, der eigentlich fast auf B Rollen aboniert war in Hollywood. Im Zusammenhang mit ihm muss gesagt werden, Star Wars (SDI) und andere Filmdramen, hauptsächlich mit dem bösen Russen, spielte er fast perfekt. Zu einem Oscar reichte es dann doch nicht.


Der langjährige Vice Präsident Georg Senior beerbte ihn dann. Eigentlich hätte das wieder in ein großes Märchenbuch gepasst, Märchen aus 1000 und einer Nacht. Doch Saddam seine 40 Räuber wurden zwar alle einen Kopf kürzer gemacht, aber Sadam konnte sich die Gefolgschaft von weiteren Räubern sichern.


Dann war Bill an der Reihe. Bill hatte relativ wenig mit Jungfrauen zutun, also solche aus dem arabischen Raum mein ich. Er machte sich ungewöhnlich lang im Präsidentensessel breit und unter seinem Tisch saßen dafür einige amerikanische Jungfrauen. Die bekannteste hieß Monika und eigentlich war sie als Praktikantin eingestellt. Das sie der Tätigkeit auch tatsächlich nach ging, ist nicht überliefert. Dass sie als Jungfrau entlassen wurde, gilt als gesichert, wobei Bill mit Sicherheit kein Jungmann mehr war, sagt seine Frau.


Erben sollte den Präsidentensessel Georg Junior, der Sohn vom ersten Georg und schon kammen 40 Räuber und flogen Flugzeuge in mehrere Trutzburgen in Amiland. Zwei dieser Trutzburgen stürzten gar ein. So richtig klar ist das bis heute nicht, warum dann Georg Krieg anfing wieder mit Saddam, weil seine 40 Räuber waren es nachweislich nicht. Trotz aller Bemühungen, blieb uns sein General alle Beweise schuldig, aber hauptsache Saddam war seinen Kopf los. Immerhin ist überliefert das Georg weitere 40 Räuber verhaftete und in Kuba versteckte. Woher die nun wieder kammen, ist nicht klar.


Das konnte ja nicht so weiter gehen, also wechselten die Amerikaner den nächsten Präsidenten einfach aus, seine Hautfarbe war so ganz anders. Barack konnte reden, sogar so gut das er garnichts tun musste für den Friedensnobelpreis, ausser reden. Auch aus den Räuberlanden Afganistan und Irak zog er sich nur halb zurück. Die 40 Räuber in Kuba sitzen übrigens immer noch und keiner weiß warum. Immerhin dachte man, das es Amiland wieder besser ging, man hatte Barack gern.


Nummer sieben heist Donald und ist wohl der größte Riese unter den Zwergen. Kaum war er im Amt, berief er sich auf ehemalige Präsidenten McKinley, Roosevelt, Coolidge u. Eisenhauer aus den vergangenen Jahrhunderten. Keinen von den Vieren möchte heute einer erleben, aber Donald steht drauf. Auch mit dem errichten von Trutzburgen kennt er sich aus und so steht die neue Wall an der Grenze zu Mexiko doch auch bald. Er hat allerdings einen großen Nachtteil, insoweit sollte man ihm eine weitere Chance geben, er kann nicht gut reden, 140 Zeichen reichen ihm oft. 

Unknown, Donald Trump official portrait (cropped), CC BY 3.0
Wenn ich da mal drüber lese, greife ich doch lieber zu einem echtem Märchenbuch, von den Gebrüdern Grimm oder so. Wenn ich gewusst hätte was nur 7 Zwerge meiner Zeit, alles anrichten können und uns als große Politik verkaufen, könnte man das Interesse an Politik verlieren und noch mehr z.b. den Glauben an die Menschheit. An die nächsten 7 Zwerge glaub ich jedenfalls nicht mehr, man bin ich froh kein Amerikaner zu sein. Ein bisschen Opportinismus sei erlaubt!

Gruß Stephan