Samstag, 11. März 2017

Mord, 52 Messerstiche, 9 Jahre das erste Opfer und die Dönerbude



Eventuell denken nun einige nach der Überschrift, ich wolle nun auch den Mord, hier gleich um die Ecke, an einem 9 Jahre altem Kind satirisch verarbeiten. Nein, das will ich keineswegs! Selten ist mir ein Mord und wie sich nun herausstellte, auch ein zweiter Mord (Opfer 22 Jahre, 69 Messerstiche) so nah gegangen, wie die in unmittelbarer Nachbarschaft zu meinem Wohnort. Ich denke, es ist völlig natürlich, dass einen es eigentlich nicht besonders bewegt, wenn ein Mord nicht in direkter Nachbarschaft, sondern z.b. in Berlin passiert. Das schildere ich nur, weil ich die Tat so unerklärlich finde, es macht mich richtig betroffen. Die Stadt Herne ist keine 10 km von meiner Heimatstadt entfernt, Herten grenzt unmittelbar an Herne.

Begonnen hab ich bewusst mit der Überschrift um gleich mir selbst die Frage zu stellen, was geht in einem 19 Jahre altem Täter vor, um 52 mal auf ein Kind einzustechen? Ab dem Moment wo der Junge aufgehört hat sich zu rühren, würde jeder normale Mörder (falls es sowas überhaupt gibt), doch aufhören? Allgemein gibt es doch eine Tötungshemmung, wo war die in dem Moment und was bringt eine solche Verrohung als Ergebnis bei dem Mörder zum Vorschein? Mit „nur“ 19 Jahren? In einer Schule, bei seinen Kontakten vorher, bei seinen Eltern müssen doch hunderte von Alarmglocken gebimmelt haben, schon weit vor den Taten, mit unserem heranwachsenden Jungen stimmt was nicht? Wo ist sein Umfeld überhaupt? Bis jetzt hab ich weder in der lokalen Berichterstattung noch  darüber hinaus einen Ton dazu gehört. Bekannt ist, dass die Eltern und Geschwister wohl nicht mehr in dem Haus lebten (ausgezogen waren), was der Täter zuletzt bewohnte. Was die nächste Frage aufwirft. Wie kann ich einen Jugendlichen allein lassen, wenn den vorher so viele Verhaltensauffälligkeiten da waren? Dazu gehört nach meiner Meinung auch eine große Gefühlskälte (bei seinem direktem Umfeld), um meinen durchdrehendes Kind allein mit seinen Problemen zu lassen.

Die zweite Tat ist nicht weniger erschreckend. 69 Messerstiche und keiner der lokalen Leute fragt, was ist los, wie kann sowas passieren? Ach ja, der Bundestag berät 16 Stunden darüber ob uns mehr Kameras besser schützen, auf öffentlichen Plätzen. Die unmittelbare Gefahr, dass einige Teile unserer Gesellschaft so verrohen, so abstumpfen, dass ihnen nur ein Mord mit einer unglaublichen Brutalität aus was auch immer hilft, bleibt weitesgehend unbemerkt? Das darf nicht so bleiben!

Es ist natürlich gut, dass der Täter nun gefasst ist. Auch dass hier keine große Panik ausgebrochen ist und es z.b. reibungslos funktionierte, dass Kinder begleitet wurden zu ihrer Schule. Natürlich, da haben die Schutzmechanismen der Menschen funktioniert. Aber wo hat die Prävention versagt? Mit Sicherheit und obwohl ich nur ein Mensch wie viele bin und keine besondere pychologische Erfahrung habe, mein Gefühl sagt mir bezogen aufs aufpassen, sich kümmern, ist nicht nur in Herne etwas gekippt bzw. geht den Bach runter. Wir sollten langsam mal innehalten, ich versuche es mit diesem Text! Ob das wen interessiert oder mir meine Fragen beantwortet werden?

Gruß Stephan

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