Freitag, 2. Juni 2017

Alt-J - Relaxer (Review) (2017)

Alt-J gehört mit ihrem dritten Album mit Sicherheit zu den Bands, die einen völlig neuen Sound geschaffen haben im neuen Jahrtausend. Ich war sehr gespannt, ob das Niveau von ihrem Debüt An Awesume Wave (2012) und dem immer noch fantastischen This Is All Yours (2014) erreicht wird. Das ist wahrlich kein leichtes Unterfangen, eine Einzelbetrachtung der 8 Songs gibt uns darüber nun Aufschluss.

Nur 8 Songs? Als wenn die reine Quantität an Material irgend etwas mit der Qualität zu tun hat. Das kann kein Argument sein, ich kenne Alben da waren weniger Songs drauf und es war Weltklasse. Dire Straits - Telegraph Road (fünf Songs) z.b., um ähnliche Soundmagier zu nennen. Der unmittelbare Vorgänger war ein Konzeptalbum, das nun vorliegende nicht. Das ist schon mal ein grundsätzlicher Unterschied, den man nicht diskutieren muss. Das ist einfach so.

Kommen wir nun zu den Titeln im einzelnen. 3WW hat schon als Vorab Auskopplung überrascht, die Alt-J Sound Trademarks neu abgemischt und kräftiger umgesetzt als zuvor. Dafür muss man natürlich das auch mögen. Als Opener eines Albums wo sich Song an Song reiht, schon mal nicht schlecht. 4/5


In Could Blood, ok nur eine Sommernummer, aber was neues probiert halt als Alt – J. Längst nicht so verträumt und spielerische Atmosphäre, wie der sonstige Sound Kosmos. Tanzbar, muss man sich dran gewöhnen. 3/5

House Of The Rising Sun, wer hätte gedacht das sich der alte Folk Schinken so schwerelos anhören kann? Joe Newman und Backround laufen zu Höchstform auf. Wunderbar eingesungen. 4/5

Garagebritpop und Alt-J? Hit Me Like That Snare, beweist das sie das auch können. Joe rotzt es einfach in sein Mikro und man könnte denken es sind die Arctic Monkeys. Why not? 4/5

Deadcrush, noch eine Sommerfunnummer mit mehr Trademarks, trotzdem auch an den Beach Boys wird sich probiert, wenn da nicht der Wummerbass wäre, der dem ganzen das Strandfeeling nimmt. Gewollt? Aber sicher doch. 3/5

Adeline, sicher die stärkste Nummer auf dem Album. Orientiert sich auch am stärksten am bisherigen Soundmaterial, der beiden Vorgänger. Um den Sound Kosmos von Alt-J aufrecht zu halten, gut geeignet. 5/5


Last Year, vorletzte und ruhige Nummer. Wunderbare gezupfte Gitarre, was fürs Lagerfeuer oder den Grill, wenn man die Würstchen verdrückt hat und die Sonne am Horizont unter geht. Ellie Rowsell setzt genau richtig ein, mit ihrer verträumten Stimme. Gute Verdauung allerseits. 4/5

Pleader, ein typischer Rausschmeißer. In die Mitte hätte er wegen der Streicher und epischen Sounds im letzten Drittel des Songs nicht gepasst, am Ende funktioniert er gut. Eventuell stört manche das er schon über fett das Alt-J Soundgerüst schmiert. Ein typischer Rausschmeißer halt. 3/5

Fazit: Kein Geniestreich, trotzdem eine solide Scheibe, die einige Momente und Songs bietet, die man sehr gut hören kann. Gesamt geht nichts unter 3/5 mit Tendenz zu 4/5. Alt-J ist konsequent auf dem Weg eine ganz große Band zu werden. Zwei herausragende Alben und nun ein gutes Album, dazu noch das Live At Red Rocks (2016). So viel Output auf dem Level gibt es ganz selten, in so kurzer Zeit. Freuen wir uns einfach darüber und feiern das noch etwas…..

Gruß Stephan

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