Sonntag, 11. Juni 2017

Casio, Oasis und sonstige Allüren

In irgendeinem Kommentar sagte letztens Toni Hennig (ewiger Praktikant und Autor bei Laut.de) sinngemäß: „Die verdammten Casiosounds, mir wird übel!“

Nicht das ich Casiosounds besonders mag, aber virtuos eingesetzt hatten die schon was. Mein erster Kontakt zu Casio, war ein Taschenrechner ungefähr Mitte der 70iger. Casio war quasi die Mutter aller Taschenrechner, zu der Zeit. 


Anfang der 80iger hatte ich mit den ersten drei Alben eine Band auf dem Schirm, von denen ich annehme das sie ihre Sounds auf Synties eventuell auch der Marke Casio gemacht/erstellt haben. Hört sie euch unbedingt mal an. Der Name der Band ist Orchestral Manoeuvres in the Dark, kurz OMD.

Orchestral Manoeuvers in the Dark (1980)




Thatcherismus noch in seinen Anfängen, da tropfte der kühle Syntiesound erstmals ins Hirn und öffnete die Tür zum Gitarren bestimmten Sound des Wave der 70iger, später New Wave auch genannt. New Wave war wohl das wichtigste Musikgenre der frühen 80iger, wenn man das überhaupt ein ordnen kann. Ein paar Namen um die Bedeutung dieses Album zu unterstreichen, The Cure, Anne Clark, Ultravox und nicht zuletzt Depeche Mode finden alle ihre Wurzeln in dem Album.

Organisation (1980)




Wie man so schnell veröffentlichen konnte, ist mir heute noch ein Rätsel. Trotzdem bescherte uns Organisation den ersten kleinen Hit von OMD, Enola Gay. Der Sound gesamt der Platte war zwar immer noch stark unterkühlt (Anleihen bei Kraftwerk sieheVCL XI), aber gerade Enola Gay wies wieder mehr emotionale Melodie auf. Liveaufnahmen aus der Zeit beweisen, das OMD höllisch Fahrt aufnahmen.




Architecture and Morality (1981)




Das Werk um das sich alles dreht bei OMD. Mit dem Überhit Joan Of Arc (Maid Of Orleans) lieferte man einen emotionalen Gegenentwurf zu der Zeit damals. Das treibende Schlagzeug, der Titel (Buch von David Watkin) und der Syntie Refrain klingen heute noch wie aus einem Guss. In allen Pop relevanten Ländern weltweit, wurde die Single rauf und runter gespielt. Das war aber nicht der Grund warum ich damals das Album erwarb. Das Verwenden eines Mellotrons und zwar ausgiebig, also ein analoges dreispuriges Tonband, quasi der Vorläufer des Samplers, machte das Album einmalig. Das Mellotron fand eigentlich Verwendung bei so Bands wie Pink Floyd Anfang der 70iger, die Verbindung in die Synthiepopära ist die eigentliche Leistung von dem Album. Anspieltipps: The New Stone Age, Sealand, Georgia

Gruß Stephan

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