Freitag, 16. Juni 2017

Fließt wirklich, durch die Adern von Royal Blood, königliches Blut?

Royal Blood - How Did We Get So Dark - Review (2017)

 
Wenn der Titeltrack gleich eine Frage an sich selbst sein soll, dann beantwortet das zweite Album, das nicht bzw. sehr unzureichend. Allein die Spielzeit von 34 min lässt nicht viel Raum zur Spekulation. Nun hatte ich letztens irgendwo noch geschrieben, Quantität sagt nichts über Qualität. Das ist natürlich richtig und weiterhin gültig.

Nach dem Debüt, ist die Erwartungshaltung der Fans, nach einer drei jährigen Präsenz auf sämtlichen Festivals, die man sich denken kann, ins unermessliche gesteigert worden. Der Nachfolger muss also ein wirkliches Brett werden, also hören wir mal rein.

Der Titeltrack, der mit der Frage an sich selbst, hat spürbar an Härte verloren. Nun mag das nach 3 Jahren Touren auch an Erschöpfung liegen, ich vermute aber eher das Royal Blood schon damit der Saft ausgeht.


Mit Lights Out beantworten sie den Titeltrack dann wohl? Reminiszenz für Lights Out ist Figure It Out vom Debüt, einer der Hits. Nur kam das noch mit Schwung und dem nötigem Druck daher, wohin gehend Lights Out zur Popnummer verkommt, auch und gerade beim Riff. Lights Out wirkt so, als wenn einer beim Amp die Regler von 10 auf 4 runter geregelt hat. Hoffentlich geht dem Rest nicht auch das Licht aus. 


In der Zwischenzeit, haben sich die beiden auch dem weiblichem Geschlecht, gewidmet. Mit I Only Lie When I Love You und She´s Creeping driften sie dann klar in Kreisch Gefilde ab. Ihr seit so süß da oben auf der Bühne, Boyband lässt grüßen. Mich beschleicht der Verdacht, mit Royal Blood einer Eintagsfliege aufgesessen zu sein.

Mit Look Like You Now und Where Are You Now? wird es nicht wesentlich besser, bis dann mit Don´t Tell das stärkste Stück, endlich dran ist. Hier funktioniert wieder der Mix aus Härte der Bassgitarre und der Boybandstimme von Mike Kerr.

Nach den Niveau haltenden Stücken Hook, Line & Sinker u. Hole In Your Heart folgt dann noch Sleep und ich bin geneigt sie endlich ins Bett zu schicken. Die kreischenden Mädels haben es sich wirklich verdient.

Ausgehend vom Anfang des Reviews, nein adlig ist gar nichts an Royal Blood. Es tut mir ein wenig leid, das Royal Blood wohl sehr viel Energie in den letzten Jahren verloren hat. Ob durch kreischende Mädels oder was anderes, vermag ich nicht zu sagen. So sind sie ein typischer Vertreter der Bands, die nach einem starkem Debüt einen schwachen Nachfolger produzieren. 2/5

Gruß Stephan

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